Vorsicht, Kalauer: Wer hätte gedacht, dass grummelige Musik so gute Laune machen kann? Höchstwahrscheinlich schon der Schöpfer von Harmonious Thelonious selbst, der Düsseldorfer Produzent Stefan Schwander, der unter diesem Namen vor Jahren angetreten ist, afrikanische Rhythmen mit elektronischem Frohsinn rheinischer Art zu verbinden. Diesmal hat die Geschichte hingegen einen leichten Knacks erhalten, beginnend mit dem Titel Grumpy Pieces, den man als Kommentar zur allgemeinen Lage verstehen kann.
Doch übersetzt Schwander den Irrsinn von heute nicht in wütenden Lärm oder ähnliche mehr oder minder direkte Entsprechungen, soweit das mit Musik überhaupt geht. Eine leichte Eintrübung mag man bei ihm gleichwohl heraushören. Nicht im Groove, der bleibt schön polyrhythmisch kompakt vertrackt, dafür schon eher in dem einen oder anderen leicht verzerrten Synthesizerton, in Melodien, die mitunter fast verzweifelt mäandern auf der Suche nach der richtigen Richtung.
Sollte man es mit der Hineindeuterei nicht übertreiben, fest steht aber: Die Party, der sich Harmonious Thelonious nach wie vor verpflichtet fühlt, zeigt auf dieser Platte vereinzelt Risse. Ganz wörtlich sogar im letzten Titel »Dissolving«, dessen stotternder Beat mittendrin schon einmal zusammenzufallen scheint. Dann fängt er sich wieder. Etwas.

Grumpy Pieces
