Music Review | verfasst 27.02.2008
James T. Cotton
Like No One
Spectral Sound, 2008
Text Sebastian Hinz
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Redaktion
Cover James T. Cotton - Like No One

Was wenige wissen: Tadd Mullinix ist einer der wenigen Musiker im Geschäft, der wirklich mit Bravour auf mehreren Hochzeiten tanzen kann. So geben die Produktionen unter seinem Künstlernamen Dabrye seit einigen Jahren dem Hip-Hop wichtige Impulse, während er als James T. Cotton eher in der Tradition von Detroit-Techno steht. Leider ist bis heute den meisten Leuten nicht bewusst, dass diese doch eher konträren Entwürfe, der Spagat ein und desselben Künstlers sind, weswegen Mullinix tatsächlich eine Hip-Hop-Identität als Dabrye und eine Techno-Identität als James T. Cotton zu leben scheint. Dabei kann man, allein anhand der Produktionen von Tadd Mullinix, seinen musikalischen Horizont spielend erweitern und erkennen, dass Hip-Hop und Techno den gleichen Ursprung haben. Nicht umsonst hat Derrick May, der Philosoph des Detroit-Techno, diese Bewegung einst als »Post-Soul« bezeichnet und in Tradition zu den alten Motown-Klassikern gestellt. Womit nur eine gemeinsame Facette angesprochen wäre. Denn das zweite Album als James T. Cotton, »Like No One«, ist zudem ein Lehrstück in Sachen Rhythmus. Eine Lobpreisung an die Verwandlungsfähigkeit des Viervierteltakts in sieben Lektionen. Ach, das abschließende Störgeräuschgewitter »Possessed Amplifier« hätte Dabrye übrigens nicht anders gemacht.

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