Review

Eversines

Gaze EP

Kalahari Oyster Cult • 2023

Als Eversines 2020 seine EP »Plooi« auf Kalahari Oyster Cult veröffentlichte, klang der Niederländer noch fundamental anders als auf seinem aktuellen Gastspiel auf dem Label. Wo damals zurückhaltende, weitschweifende Tracks im Breakbeat- und Tech-House-Gewand den Ton angaben, regieren heute diesseitige, fokussierte, durchaus zweckmäßige Partynummern mit progressivem Einschlag. Der eröffnende Titeltrack ist genau so eine. Schrabbelige Prog-Synths direkt von der Goa-Party liegen in ihm über einem Backbeat und hastigen Acid-Anschlägen. Erst zur Mitte hin wird’s richtig ernst: »Gaze« dominiert ein langgezogener Break, in dem eine komplett neue Melodie zu einem vermeintlichen Höhepunkt führen soll, dann aber unverrichteter Dinge abebbt. »Fast Fall« erinnert zunächst an Robert Hoods »Dancer«, der organische Funk weicht aber sprudelndem Acid, ehe nach einem abermaligen Break – es scheint sich ein Muster abzuzeichnen – Dub-Chords mit mächtig Hall eine Perspektive aufmachen. Das erinnert in seiner schnörkellosen Schlichtheit an die eingangs erwähnte EP, während »Affection Towards The Urban Environment« die angeregte Maschinenkommunikation früher Massimiliano-Pagliara-Tracks ins Absurde führt. »Wavedash Master« beschließt den Viertracker mit anachronistischem Electrofunk, der mit seinen unbedarften Acid-Lines und den weichen Breakdowns sowohl in Detroit wie in Den Haag glückliche Erinnerungen wecken dürfte.

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Eversines
Gaze EP
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