Books Review | verfasst 26.07.2013
Ahmir »Questlove« Thompson
Mo' Meta Blues: The World According to Questlove
Grand Central Publishing, 2013
Text Björn Bischoff
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8.5
Redaktion
Cover Ahmir »Questlove« Thompson - Mo' Meta Blues: The World According to Questlove

Einmal Rollschuhfahren mit Prince und Eddy Murphy – genau das ist eine dieser schönen und wichtigen Anekdoten in »Mo‘ Meta Blues«. Ahmir »Questlove« Thompson, seines Zeichens Drummer bei den Roots, DJ und Producer, hat sich mit Autor Ben Greenman zusammengesetzt und seine Memoiren verfasst. Wenn man das denn so nennen will. Denn neben der persönlichen Geschichte von Questlove gibt es auch Dialoge zwischen den beiden Autoren, E-Mails an den Herausgeber, Fußnoten, in denen Roots-Manager Rich zu Wort kommt, und eine lose Sammlung von Platten, über die Questlove lebhaft schreibt. Doch der Reiz liegt weniger in diesem Spiel mit der Form der Biographie. Viel wichtiger und interessanter ist tatsächlich der Werdegang von Questlove.

Denn an den meisten Stellen kommt er nicht wie der Drummer einer der bekanntesten HipHop-Gruppen rüber, sondern wie ein Nerd, der eben stundenlang über Musik philosophieren könnte. Es geht um die Zyklen, in denen HipHop sich etwa erneuert, ob Rap nun tot ist oder nicht, und wie »The Chronic« von Dr. Dre vor etwas mehr als zwanzig Jahren sehr viel für das Genre veränderte. »Mo‘ Meta Blues« legt dabei voll den Fokus auf Questlove. Wie die Roots sich als Gruppe finden, seine erste Begegnung mit Black Thought, das kommt zwar alles vor, aber auf die Spannungen innerhalb der Gruppe geht Questlove dabei eher weniger ein. Warum das Engagement bei Jimmy Fallon aber genau der richtige Job zur richtigen Zeit war, gibt Questlove immerhin preis.

Die lose eingespannten Kurzgeschichten zu Erinnerungen an bestimmte Alben in bestimmten Jahren hören leider nach der ersten Hälfte irgendwann einfach auf, ohne Begründung. Das von den ersten Kapiteln angekündigte Experiment fällt dann unterm Strich doch deutlich konventioneller aus. Macht aber wenig, denn dadurch schlagen die verschiedenen emotionalen Momente richtig durch. Dieses Buch ist damit durchaus mehr als eine kurzweilige Lektüre, mehr als die nächste Biographie eines Musikers. Denn im Vergleich hat Questlove mit 42 Jahren schon viel erlebt, einen klaren Verstand und weiß perfekt zu analysieren – obwohl er dabei oft mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu geben. Aber genau das macht dieses Buch letztendlich aus. Questlove stellt sich auf Augenhöhe zu seinen Lesern. Er ist mindestens so aufgeregt wie jeder andere Mensch, wenn er seine musikalischen Idole trifft. Und das gibt es unumwunden zu. Damit ist »Mo‘ Meta Blues« mit all seinen Ausführungen und Anekdoten eine der wenigen Biographien, die man gelesen haben muss. Weil hier Questlove schreibt, der Drummer der Roots. Und einer der spannendsten Menschen und Künstler, die HipHop zu bieten hat.

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