Music Review | verfasst 29.04.2014
Black to Comm
Providence
Dekorder, 2014
Text Kristoffer Cornils
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7.5
Redaktion
Cover Black to Comm - Providence

Eigentlich ist Marc Richter gar kein wirklicher Musiker. Nein, nicht im Sinne von: Der dreht doch nur an ein paar Knöpfen herum, der kann nichts. Sondern im Sinne von: Er malt mit Klängen, collagiert Sounds und schafft mit Tönen Räume. Die Veröffentlichungen unter seinem Pseudonym Black To Comm klingen wie in Bewegung versetzte Rauminstallationen, seine Live-Auftritte kommen synästhetischen Happenings gleich. Verstärkt wird der Eindruck von MArc Richter als einem psychedelischen Soundmaler durch das ebenso ausgefallene wie humorvolle Design, das seine Platten gemeinhin schmückt. Auch auf seinem eigenen Label Dekorder widmet er sich experimentierfreudigen Sounds und deren artgerechter Aufmachungen. Als Teil der Hybrid-Vinyl-Reihe, in welcher schon Acts wie Pye Corner Audio oder Experimental Audio Research veröffentlicht haben, erscheint nun das erste Black To Comm-Release seit 2012, die EP »Providence«. Auf der spielt Richter rund 14 ½ Minuten seine Stärken aus und montiert mühelos eine schwebende Klangkulisse, deren Rückgriff auf gängige Drone- und Noise-Tropen von schmerzhaft-schönen Streicher-Loops, flirrenden Percussion-Elementen und wuchtigen Kicks ausskelettiert wird. »Providence« ist wie so oft im Werk Marc Richters weit mehr als die Summe seiner Einzelsounds, vielmehr schafft der Toninstallateur erneut einen farbenfroh ausstaffierten Klanggarten, der von allerhand Irrlichtern erleuchtet wird. Auch hier passt sich die Aufmachung dem Inhalt an: Die auf der einen Seite in regulärem schwarzen Vinyl, auf der anderen Seite als Picture-Disc aufgemachte 12“ ist streng limitiert und ein Repress wie bei jedem weiteren Release der Serie nicht vorgesehen. Als hätte die Musik von Black To Comm nicht schon Seltenheitswert genug.

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