Music Review | verfasst 19.09.2016
Noura Mint Seymali
Arbina
Glitterbeat, 2016
Text Andreas Schnell
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Redaktion
Cover Noura Mint Seymali - Arbina

Drei Schläge auf die Snare – und schon ist man mittendrin in diesem Album: flirrend-psychedelische Gitarren, ein stoisch knurrender Bass und über allem die majestätische Stimme von Noura Mint Seymali, begleitet von den Klängen der Ardine, einem traditionellen Instrument der westafrikanischen Griots. Deren Tradition transportiert Seymali mit ihrer Band ins 21. Jahrhundert. Ousmane Touré am Bass und Matthew Tinari legen das komplexe, aber immer treibende Rhythmus-Fundament für die Gitarrenexkursionen von Jeiche Ould Chighaly, der seine elektrische Gitarre um zusätzliche Bünde erweitert hat, um die Vierteltöne maurischer Skalen spielen zu können. Darüber entfaltet Noura Mint Seymali ihre eindrucksvolle Kunst, kraftvoll und filigran zugleich, in scheinbar endlos langen Linien. Sie singt von der Kraft der Musik, von höheren Mächten und menschlichem Streben, aber auch von eher alltäglichen Dingen. Im Titelstück rät sie beispielsweise jungen Frauen zur Krebsvorsorge, damit sie nicht das Schicksal von Seymalis Mutter teilen müssen. Diese Verbindung von spiritueller Überlieferung und Gegenwart spiegelt sich auch in der Musik wieder, die hier konzentrierter klingt als auf dem Debüt »Tzenni«, dringlicher, die aber wie dort zwischen Tradition und dem Heute schillernde Bezüge schafft.

Das Album »Arbina« von Noura Mint Seymali findest du bei hhv.de: LP
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