Music Review | verfasst 21.02.2018
Various Artists
J-Jazz: Deep Modern Jazz From Japan 1969-1984
BBE Records, 2018
Text Tim Caspar Boehme
Deine Bewertung:
8.5
Nutzer (2)
8.5
Redaktion
Cover Various Artists - J-Jazz: Deep Modern Jazz From Japan 1969-1984

Koichi Matsukaze? Eiji Nakayama? Mitsuaki Katayama? Kiyoshi Sugimoto? Wenn einem diese Namen nichts sagen sollten, muss das nicht zwangsläufig zu peinlichen Situationen bei Partygesprächen oder anderswo führen. Die Herren sind zwar allesamt gestandene japanische Jazzmusiker, doch das heißt nicht, dass sie hierzulande auch nur annähernd so vertraut wären. »J-Jazz: Deep Modern Jazz From Japan 1969-1984«, eine Compilation aus dem Hause BBE, hilft jetzt, diesem Missverhältnis entgegenzuwirken. Mit einem Überblick über den Modern Jazz Japans der Jahre 1969 bis 1984. In der Nachkriegszeit erlebte das Land anscheinend einen echten Jazz-Boom, vor allem in den 1970er Jahren entwickelte sich der Jazz dort besonders rasch. Internationale Kontakte gab es selbstverständlich auch, der Pianist Fumio Karashima etwa, hier mit dem verträumt-deepen »Little Island« vertreten, stieß 1978 zur Elvin Jones Jazz Machine hinzu. Auch die übrige Auswahl von »J-Jazz« konzentriert sich auf ruhigere Gangarten der Improvisation, von Spiritual Jazz über Impressionistisches bis hin zu Samba-Anverwandlungen – oder auf Fusion-Klänge, mal ruhig treibend wie in Schlagzeuger George Otsukas »Sea Breeze«, mal voranpreschend wie bei dem Saxofonisten Takao Uematsu und seinem »White Fire«. Zu Unrecht alles praktisch unbekannt. Bisher. Übrigens ist die Vinyl-Ausgabe der CD allemal überlegen, gibt es hier doch drei Stücke mehr, und die sind unverzichtbar. Wie der Rest.

Die Compilation »J-Jazz: Deep Modern Jazz From Japan 1969-1984« findest du bei hhv.de: Vinyl 2LP
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 03.10.2019
Various Artists
J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2
Weiter 15 Jazzstücke aus dem Land der aufgehenden Sonne bietet die neue Compilation »J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2«.
Music Review | verfasst 02.05.2021
Kohsuke Mine
First
»First«, das Debüt von Kohsuke Mine und seinem Quartett aus dem Jahr 1970, ist nun erstmals wiederveröffentlicht worden.
Music Essay | verfasst 22.03.2018
Jazz aus Japan
Vom Importschlager zur Innovation
Gleich zwei neue Compilations widmen sich dem Jazz aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort musste das Genre einen langen Weg hinlegen, bevor es sich von seinen Vorbildern befreien und etwas Ur-eigenes schaffen konnte.
Music Porträt | verfasst 12.11.2018
Charles Mingus
Wiederentdeckte Wut
Amir Abdullah staunte nicht schlecht, als ihm die Witwe von Jazz-Drummer Roy Brooks, Tonbänder eines Konzertes von Charles Mingus zeigte, das dieser 1973 in Detroit gegeben hatte. Es wurde Zeit für eine Wiederentdeckung.
Music Review | verfasst 03.04.2007
DJ Vadim
The Soundcatcher
Das fünfte Album des nimmermüden DJ Vadim ist einmal mehr ganz großes Kino.
Music Review | verfasst 23.01.2011
Pugs Atomz
The Decade
Bezüglich der Motive von Pugs Atomz muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen: Pugs Atomz ist HipHop.
Music Review | verfasst 23.04.2011
Visioneers
Apache/Shaft In Africa
Marc Mac hat den Staub von zwei zeitlosen Klassikern gepustet und lässt sie im funkigen B-Boy-Gewand strahlen wie in ihren Ursprungstagen.
Music Review | verfasst 21.09.2007
Kon & Amir
Off Tracks Vol. 1 - The Bronx
»Kon and Amir are two of the most extraordinary but underrated beat diggers in the game.« Damit trifft Finesse den Nagel auf den Kopf.
Music Review
Jan Jelinek
The Raw And The Cooked
Da hat uns Jan Jelinek mit »The Raw And The Cooked« ein schönes Süppchen gekocht. Lecker!
Music Review
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Low
HEY WHAT
Seit 30 Jahren machen Alan Sparhawk und Mimi Parker als Low Musik und erfinden sich dabei immer wieder aufs Neue. So auch auf »HEY WHAT«.
Music Review
Jolly Mare
Epsilon
Mediterrane Sommermusik: Mann muss sich das Meer von Jolly Mare auf »Epsilon« als ein fröhliches vorstellen.
Music Review
The Arpeggio Jazz Ensemble
Le-Le
An der Schwelle zu Acid Jazz wurde 1987 »Le-Le«, des The Arpeggio Jazz Ensembles aus Philadelphia veröffentlicht. Nun kommt eine Neuauflage.
Music Review
Venetian Snares
Rossz Csillag Alatt Született
Die endlich wiederveröffentlichte LP »Rossz Csillag Alatt Született« ist und bleibt das ambitionierteste Album von Venetian Snares.
Music Review
Park Hye Jin
Before I Die
»Before I Die«, das Debüt der aus Südkorea stammenden Musikerin Park Hye Jin, folgt einer ausgeklügelten Architektur.
Music Review
Xique-Xique
Na Lagoa
»Na Lagoa«, in die Lagune, begeben sich das brasilianische Duo Xique-Xique auf ihrem jetzt veröffentlichtem Debütalbum.
Music Review
Tülay German & François Rabbath
Tülay German & François Rabbath
Auf ihrem Debüt setzten sich Tülay German & Francois Rabbath 1980 mit türkischer Folklore auseinander. Das klingt weiterhin zeitlos.
Music Review
Sarah Davachi
Antiphonals
Milchig schimmernde Perlen: Die kanadische Musikerin Sarah Davachi hat mit »Antiphonals« ein großartiges neues Album veröffentlicht.
Music Review
Cass.
Ambient Music For A Young Girl
Von wegen Schnullerersatz: Cass.’ neues Album »Ambient Music For A Young Girl« bietet Ambient auch für Erwachsene an.
Music Review
Ian Carr
Belladonna
»Belladonna«, Ian Carrs Kleinod aus dem Jahr 1972, wurde jetzt wiederveröffentlicht. Jazzliebhaber sollten zugreifen.
Music Review
Arpanet
Inertial Frame
Die Vergangenheit holt die Zukunft ein: Mit »Inertial Frame« wird nun das letzte Album von Gerald Donalds Projekt Arpanet neu aufgelegt.
Music Review
Duval Timothy
Sen Am
»Sen Am«, das 2017 veröffentlichte Album von Duval Timothy ist nun auf Schallplatte erhältlich. Es hat von seiner Kraft nichts eingebüßt.
Music Review
Al-Dos Band
Doing Our Thing With Pride
1976 aufgenommen, nie veröffentlicht, bis jetzt: Kalita bringt »Doing Our Thing With Pride« der elegant funkelnden Al-Dos Band zum Leuchten.
Music Review
The Pro-Teens
I Flip My Life Every Time I Fly
Ist Melbourne die Hauptstadt des Retro-Funk? Mit »I Flip My Life Every Time I Fly« schickt sich eine weitere Band an, das zu bestätigen.
Music Review
F.S.Blumm & Nils Frahm
2x1=4
»Brahms is nice, but King Tubby is nice as well.« Auf »2x1=4« fröhnen F.S.Blumm und Bils Frahm dem musikalischen Erbe der Dub-Musik.
Music Review
DJ Seinfeld
Mirrors
»Mirrors« heißt das zweite Album des schwedischen Produzenten DJ Seinfeld. Und verglichen mit früherer Musik, sind die Spiegel gut geputzt.
Music Review
Badge Epoch
Scroll
Mit wechselnden Musikern scrollt sich Max Turnbull aka Badge Epoch auf »Scroll« von Stück zu Stück durch Stile und Genres. Aber etwas fehlt.
Music Review
CHVRCHES
Screen Violence
Die schottische Band CHVRCHES positioniert sich auf »Screen Violence« politischer als jemals zuvor.
Music Review
Sorcerer
Kids World
»Kids World«, das neue Album des kalifornischen Musikers Daniel Saxon Judd aka Sorcerer ist bei Growing Bin erschienen.
Music Review
Sofie Birch & Johan Carøe
Repair Techniques
»Repair Techniques« ist ein klassisches Sofie-Birch-Album, aber nicht allein dank der Mitwirkung von Johan Carøe auch weit mehr als das.
Music Review
Leo Acosta
Acosta
Eine weitere musikärchäologische Ausgrabung ist dem Label Mad About mit »Acosta«, dem 1970 veröffentlichtem Album von Leo Acosta gelungen.
Music Review
Space Afrika
Honest Labour
Beim neuen Album von Space Afrika, »Honest Labour«, das soeben bei Dais Records veröffentlicht wurde, ist man auf diffuse Weise ergriffen.
Music Review
Villagers
Fever Dreams
Auf »Fever Dreams« schaffen die Villagers farbenprächtige Landschaften oder wie sie es nennen: Goldminen süßer Erinnerungen.
Music Review
Li Yilei
之/OF
Mehr als nur die übliche Pandemieplatte: Auf »之/OF« bringt Li Yilei eine prekäre Stimmungslage meisterhaft zum Ausdruck.
Music Review
Ebi (Susumu Yokota)
Space Teddy Collection II
Weitere tolle Tracks des 2015 verstorbenen japanischen Produzenten Susumu Yokota sind jetzt als »Space Teddy Collection II« erschienen.
Music Review
Joy Orbison
Still Slipping Vol.1
Mit »Still Slipping Vol.1« traut sich Joy Orbison erstmals mit einem Release jenseits der 25 Minuten.
Music Review
Devendra Banhart & Noah Georgeson
Refuge
Runterkommen und nach innen Horchen: Devendra Banhart und Noah Georgeson haben mit »Refuge« ein konsequent spirituelles Album aufgenommen.
Music Review
Lingua Ignota
Sinner Get Ready
Runde drei von Lingua Ignotas Abrechnung mit jenem Peiniger, der sie jahrelang unterjochte und für alle machtgeilen Arschlöcher steht.
Music Review
Various Artists
Habibi Funk: An Eclectic Selection Part 2
Das Berliner Label Habibi Funk legt mit »An Eclectic Selection Part 2« eine neue Compilation mit Musik aus der arabischen Welt vor.
Music Review
VC-118A
Spiritual Machines
Mit »Spiritual Machines« legt der Niederländer Samuel van Dijk als VC-118A abermals ein erstklassiges Album vor.
Music Review
Moin
Moot!
Gemeinsam mit Valentina Magaletti hat das Duo Raime sein Projekt für die LP »Moot!« nicht nur reaniminiert, sondern auch gleich erweitert.
Music Review
El Michels Affair Meets Liam Bailey
Ekundayo Inversions
Die Ideen gehen Leon Michels nicht aus: Auf »Ekundayo Inversions« remixt El Michels Affair das letzte Album des Reggaemusikers Liam Bailey.
Music Review
Various Artists
Modern Love (A Tribute To David Bowie)
Die Compilation »Modern Love (A Tribute To David Bowie)« such nach Bowies Verbindungen zu Soul, R&B, Jazz, Funk, Gospel.
Music Review
Don Rendell Quintet
Space Walk
Auf Decca werden jetzt Highlights des britischen Jazz wiederveröffentlicht. Darunter »Space Walk« des Don Rendell Quintets von 1972.
Music Review
Takeshi's Cashew
Humans In A Pool
Die Wiener Gruppe Takeshi’s Cashew feiern mit »Humans In A Pool« das Chaos unserer Zeit und den Übermut des Lebens.
Music Review
Prince
Welcome 2 America
»Welcome 2 America« deutlich mehr als ein weiteres Spätwerk von Prince und erweist sich als erstaunlich runde Sache.
Music Review
Various Artists
Journeys In Modern Jazz: Britain 1961-1973
Die Compilation »Journeys In Modern Jazz: Britain 1961-1973« erkundet eine hochinspirierte Szene, die sich zu dieser Zeit freigespielt hat.
Music Review
Billie Eilish
Happier Than Ever
Billie Eilish hat ihr zweites Album veröffentlicht und ist »Happier Than Ever«. Darauf erfindet sie sich neu.
Music Review
The Wooden Glass & Billy Wooten
Live
Gelinde gesagt, der Hammer: Das 1972 aufgenommene »Live« von The Wooden Glass und Billy Wooten ist jetzt wiederveröffentlicht worden.