Review

Awon

Soulapowa

Don't Sleep • 2019

»Awon. MC. Boom Bap Beats«. Mit diesen Stichworten leitet Awon den zweiten Track seiner dritten LP »Soulapowa« ein. An erster Stelle stehen auf diesem gut abgehangene, längst liebgewonnene Pete-Rock-isms, die frisch und unverbraucht ein zurückgelehntes Hörerlebnis generieren. Die feinfühlig arrangierten Piano-, Flöten- und Gitarrenversatzstücke sowie die mit smoothem Drive voranpirschenden Bassläufe, die das musikalische Futter zwischen den präzise und gemütlich rollenden Kicks und Snares stellen, transportieren jede Menge soulige Vibes, die sich prächtig mit Awons reflexiven, teils melancholischen, hier und da zweifelnden, insgesamt aber warmherzigen, philanthropischen Raps des in Virginia lebenden Rappers vertragen. Awon bedient das weite Fach der nur unzureichend mit Conscious Rap beschriebenen musikalischen Schule in der Art eines JuJu Rogers wobei er mit seinem Haus-und-Hof-Producer Phoniks, mit dem er auch das Label Don´t Sleep Records betreibt, zeitlose Allianzen eingeht, die auf jenen soliden Grundfesten steht, die eben entstehen, wenn Beats und Raps auf Albumlänge wie Arsch auf Eimer passen. Neun der 13 Instrumentals stammen von Phoniks, die anderen sind von Dread Solo, Mz Boom Bap, Soul Chef und Linkrust und fügen sich nahtlos in das Gesamtbild. »Soulapowa« lege Zeugnis über seine Frustrationen, Mängel, Stärken und Ängste ab, erklärte Awon im Vorfeld der Albumveröffentlichung. Dabei spricht es sich für den Philly Blunt und gegen Culture Vultures aus und zeigt sich als ein Reisebericht des inneren und äußeren Herumkommens, ausgemalt in gedeckten Klangfarben, organisch und warmherzig.

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