Lange fühlte sich Remy Béesau hin- und hergerissen: zwischen zeitgenössischen Beatbasteleien und dem sehnsuchtsvollen, reinen Sound der Jazztrompete, den er bereits als Jugendlicher auf dem Konservatorium schätzen lernte – bis man ihn rauswarf, weil er lieber surfen ging, als zu den Proben zu erscheinen. Später verfeinerte er seine Technik lieber als Autodidakt in den Pariser Jazzclubs statt an der Hochschule.
Sein Trompetenspiel hat sich bemerkenswert vielschichtig entwickelt: von warm grummelnd bis hochdynamisch reicht das Spektrum. Mit Une Fleur Et Des Papillons amalgamiert der Freigeist, begleitet von einer Band, seine widerstreitenden musikalischen Impulse zu etwas, das mal romantisch, mal stürmisch, mal sehnsuchtsvoll und dann wieder nervös klingt – und doch einen roten Faden hat. Für die verschiedenen Stadien einer Liebesgeschichte hat er klangliche Entsprechungen gefunden: vom nervösen Flirren der ersten Verliebtheit, die im Titeltrack »Une Fleur Et Des Papillons« Erdung erfährt, bis zum breakbeat-artigen, ungestümen »Pas Encore«, das Richtung Zukunft stürmt. Krisenhafte Momente finden ihre Entsprechung im mäandernden »No Rain No Flowers«, das immer wieder die Richtung ändert und in rumpeliges Chaos mündet. Ein emotionaler, wilder Ritt.

Une Fleur Et Des Papillons