Review

Bonnie Prince Billy

Pond Scum

Domino • 2016

Mit dem Tod von John Peel starben auch seine Sessions in den Maida Vale Studios der BBC. Doch zwischen 1994 und 2002 spielte dort Bonnie »Prince« Billy ganze sechs Mal. Davon sind hier drei Sessions versammelt, die in umgekehrter chronologischer Reihenfolge zu »Pond Scum« zusammengestellt wurden. Nur bei den ersten vier Songs wird Will Oldham, wie der Säulenheilige des Indie-Folk mit bürgerlichem Namen heißt, vom Arbouretum-Gitarristen David Heumann unterstützt. Ansonsten trägt er seine Lieder solo vor. So spärlich instrumentiert wirken seine ohnehin schon intimen und tiefen Songs hier noch ergreifender, ungeschminkt und nackt. Wären die Albumversionen Ölgemälde, würde man es hier mit aufs Wesentliche reduzierten Kreidezeichnungen zu tun haben. »Death To Everyone«, das auf »I See A Darkness« mit kompletter Band die Hörerschaft mit seiner fatalistischen Schwere beinahe erdrückt, ist in dieser entschlackten Version nicht weniger anrührend. Ähnlich verhält es sich mit so ziemlich allen seiner Stücke, auch das bisher unveröffentlichte »Beezle« passt sich lückenlos ein – so wie man überhaupt die Übergänge zwischen den einzelnen Sessions nicht wirklich heraushört. Als einziger kleiner Bruch könnte höchstens das Prince-Cover »The Cross« aufgeführt werden. Doch wenn man »Prince« schonmal selbst im Künstlernamen trägt, warum nicht? Wer seit 25 Jahren auf so hohem Niveau Songs schreibt, kann sich ruhig auch mal ein wenig im Ton vergreifen.