Review

Boogie Down Productions

By All Means Necessary (Reissue)

Get On Down • 2014

»So, you’re a philosopher? Yes, I think very deeply«. So beginnt eines der ersten und zugleich wohl wichtigsten sozio-politischen Alben der Hip Hop-Geschichte. 1988, ein Jahr nach dem Mord an Scott La Rock, erscheint das zweite Album von Boogie Down Productions. Das Cover von »By All Means Necessary« zeigt einen, in Anlehnung an Malcolm X posierenden KRS-One Mit der Waffe abgewandt vom Fenster, beobachtet er die Szenerie vor einem Fenster. Das symbolisiert zugleich treffend den Inhalt des Albums. Der Tod seines Produzenten, brachte Lawrence Parker dazu, die Art und Weise seiner Rolle als Battle MC zu überdenken. Nicht länger sollten die Texte moralisch doppelbödig verschachtelt werden. Von nun an nur noch als »The Teacher« auftretend, werden die sozialen Rollen der Black Communities und die der US-Regierung scharf beobachtet, kritisiert und kommentiert. Klare und selbstsichere Statements über die Korruption der Polizei im Drogenhandel. Warnende Worte über Gewalttaten v.a. innerhalb der schwarzen Bevölkerung. Das Hochkochen des Blutvergissens sogar bis in die Hip Hop-Kultur. Nicht zu letzt hochaktuell: AIDS und Safer-Sex. Probleme, die unmittelbar vor der Tür stattfinden. Scharfsinnig erkennt KRS-one die Notwendigkeit dieser Platte. Aber nicht nur thematisch setzten sich Boogie Down Productions von übrigen aufklärenden Rappern ab. Ausschlaggebend war auch die ausgeprägte Vermischung von Hip Hop mit Rock und Einflüssen aus Reggae, sowie auch die von KRS-Ones geschickt genutzte Rhetorik, mit dem Gespür für den für die Zeit typisch hart akzentuierten, minimalistischen Drum Beat. Obwohl »By All Means Necessary« von Boogie Down Productions im Schatten von Public Enemy verschwand, ist das die Geburtsstunde von Conscious Rap.