Review

Boys Noize

Oi Oi Oi

Boysnoize Records • 2007

Man hört schon wieder die ersten Rosa-/Orange-/Mintgrün-Kombinierer ächzen, wie langweilig New Rave geworden sei. Gut, sollen die sich doch nun bitte expressionistischem Vogelzwitschern im Venga Boys-Remix widmen, oder was auch immer als nächstes en vogue sein wird. Ich will immer noch schwitzen. Und mehr testosterongetränkter Schweiß als bei Kid Alex unter seinem Alter Ego Boys Noize geht kaum. Wenn †  der Muhammad Ali der jüngsten In-your-Fresse-Elektro-Bewegung war, ist Oi Oi Oi am ehesten die Synthese aus Mike Tyson und Bud Spencer: grob unsportlich, voll auf die 12. Keine Verschnaufpausen. Keine unerwarteten Tempowechsel oder Interludes wie bei Gaspard und Xavier. Diese unbedingte Dancefloor-Zielgerichtetheit macht Boys Noize auch angreifbarer. Oi Oi Oi lässt sich daheim auf dem Sofa nicht so genüsslich durchhören wie †  oder die Simian Mobile Disco, aber 14 Tracks (12 auf der LP) vorzulegen, auf die die Meute sowohl hysterisch raven, als auch unkontrolliert moschen kann und wird, ist so mutig wie konsequent. In den Worten von I-Robots: »Du musst dick keinen Sorgen maaken«; es knallt und bratzt noch mehr als erwartet.