Review

Buttering Trio

JAM

Raw Tapes • 2014

Das Buttering Trio ist zurück! Waren die nicht gerade erst noch da?!? Die Jungs haben scheinbar keine Zeit zu verlieren, und schreiten zumal noch mit riesigen Schritten voran. Oder streng genommen erst mal zurück. Und zwar in die 1980er. Los geht’s mit dem Track »Circles«, bei dem klar der Dunst der weit ziehenden Kreise des Hauses Raw Tapes durchschimmert. Down Tempo P-Funk mit einem fast schon albernen Keymotiv, das einfach nur Spass macht. Kalimist lässt grüssen. »I Cried For You« greift den nach vorn drückenden Groove auf, entführt dann aber in eine postmoderne Ballade, mit den bittersüssen Vocals von Kerendun, die so spartanisch Sie ihre Worte auch setzt, so vielsagend ist, wie sich das manch andere nur wünschen können. In »Master Of Rockets« begibt man sich spielend auf Abenteuerreise und bestätigt die Vermutung, dass Rejoicer’s Werdegang bereits in Jungen Jahren als Teil der NES Generation seinen Anfang nahm. Fans des Adventuregame Genres kommen hier voll auf ihre Kosten. Im weiteren Verlauf gibt’s immer wieder die für dieses Trio so archetypischen entschleunigten Beats im untertourigen Bitbereich. Von verschroben bis verquer werden die Qualitäten, die das Trio in Sachen Sounddesign mitbringt, klar aufgezeigt. »What Is Madness« ist Paradebeispiel. Die im Titel gestellte Frage wird gleich zweifach beantwortet. Zunächst einmal auditiv, indem die perkussiven Elemente teils so verrückt werden, wie die Macher derselben scheinbar sind. Aber jeder weiß, was sprichwörtlich dicht am Wahnsinn liegt. Und das bestätigt dieser Cut jedem, der sich mal ernsthaft mit Klangsynthese auseinandergesetzt hat. Kenne kaum ein anderes Beispiel, dass dem Namen des Synthesizers so gerecht wird, und das wortlos so punktgenau etwas so schwer fassendes wie den Wahnsinn verdeutlicht. Figurativ kann die Antwort auf die Frage »Was ist Wahnsinn?« wohl nur lauten: »Sich dieses Album nicht zuzulegen!«

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