Kleines Geschenk zum Zwanzigsten: Cat Power veröffentlicht mit Redux eine EP mit nur drei Songs, um die Veröffentlichung von The Greatest im Jahr 2006 zu feiern. Das folgt auf der einen Seite einer Verwertungslogik. Ob ihr siebtes Studioalbum nun der Meilenstein war oder es nicht eher der Vorgänger You Are Free gewesen ist – und hier ein wenig Musikgeschichte gebogen wird –, sei dahingestellt. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und auf der anderen Seite gibt es diese zauberhafte, kleine EP.
»Try Me«, ein Cover des Klassikers von James Brown, eröffnet gewohnt schwermütig mit Klavier, Drums und Chan Marshalls Gesang. Die groovende Intensität des Originals ersetzt Marshall durch eindringliche Melancholie. Mit »Nothing Compares 2 U« gibt es ein zweites Cover, das die 54-jährige US-Songwriterin ebenfalls in ihren Sound überträgt. Alles wirkt erdiger, schwerer, schleppender. Eigener. Und klar im Kosmos von Cat Power verankert.
Mit »Could We«, dem Song vom gefeierten The Greatest, verfährt Marshall ebenso. Das Arrangement von damals ist kaum wiederzuerkennen. Redux fasziniert durch seinen Sound und macht deutlich, wie sehr sich Marshall in diesen zwanzig Jahren entwickelt hat. Diese EP ist keine Rückschau. Sie ist ein Ausblick. Was könnte es für ein schöneres Geschenk geben?

Redux