Review

Real Estate

Daniel

Domino • 2024

Das bisherige Schaffen von Real Estate lässt sich mit Fug und Recht als wohlklingende Konstanz oder konsistente Eleganz beschreiben. In 15 Jahren sind bisher fünf gute bis sehr gute Alben unaufdringlichen und zugleich eingängigen Indie-Pop entstanden. Dass nun ausgerechnet das sechste Album »Daniel« im Promotext als das beste der Bandgeschichte bezeichnet wird, lässt natürlich erst einmal aufhorchen. Als PR-Texter einer Plattenfirma muss man sich natürlich etwas einfallen lassen, aber der Superlativ ist letztlich nicht gerechtfertigt. Und eine Neuerfindung à la »Kid A« hat von Real Estate wohl auch niemand erwartet. So überzeugen die elf neuen Songs einfach einmal mehr mit ihrem gewohnten Soft-Rock-Rezept. Dass das Quintett aus New Jersey »Daniel« in Nashville aufgenommen hat, deutet sich allenfalls durch eine sparsam eingesetzte Pedal Steel an. Im Vergleich zu den letzten beiden Alben sind die Songs wieder etwas kompakter, kommen schneller auf den Punkt. Auch die Texturen – hier ein Synthie, da ein Klangholz – sind etwas reicher geworden. Ansonsten singt Martin Courtney wieder sanft über universelle Themen, janglen die Gitarren wie eh und je über federnden Basslines und zurückgenommenen Drums. »Daniel« ist, so langweilig das auch klingen mag, schlicht ein weiteres gutes bis sehr gutes Real Estate Album.