Review

Chiddy Bang

The Preview

Regal Recordings • 2010

Dass das Internet nicht nur ein Fluch für die ach so gebeutelte Musikindustrie sein kann, sondern auch neue interessante Künstler mit inzwischen beständiger Regelmäßigkeit produziert und zum Durchbruch verhilft, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch Chiddy Bang verdanken den Weiten des World Wide Web ihren Aufstieg im Jahre 2010. Die beiden Protagonisten Chidera Anamege (Chiddy) und Noah Beresin (Alter Ego Xaphoon Jones) droppen mit The Preview nun ihren ersten Longplayer. Allerdings befinden sich darauf lediglich acht Tracks, ein Umstand der der Bezeichnung Longplayer eigentlich nicht gerecht wird. Der Sound der Scheibe ist durchzogen mit pumpenden Synthie/Elektro/Glitch/Dubstep-Beats und Raps über Kindheit, College und anderen Themen behüteter Mittelstandskids. Aber das ist ok, nein, hier ist das authentisch. Auffällig ist auch die Tatsache, dass Chiddy Bang oftmals Samples von noch aktuellen Tracks verwenden, anstatt tief in der verstaubten Plattenkiste zu diggen. Radiohead, Kid Kudi, MGMT oder Kate Nash sind nur einige Beispiele dafür. Insgesamt liefern die beiden Jungs aus Philly ein Album ab, dass sich gekonnt am digitalen Zeitgeist orientiert und dabei durchweg Spaß macht zu hören. Nur eben schade dass es nicht ein paar mehr Tracks auf die Platte geschafft haben…