Review

Christian Rich

SS14

LuckyMe • 2014

Die Produzenten- und DJ-Zwillinge Taiwo und Kehinde Hassan legen mit »SS14« nach Produzentenjobs für unter anderem Drake, Childish Gambino und Earl Sweatshirt nun tatsächlich endlich ihre Debüt-EP vor. Vergleiche mit den Neptunes wurden über das Produzenten-Duo schon früh angestellt und sind auch nicht ganz von der Hand zu weisen; teilweise durch die Soundästhetik, hauptsächlich allerdings durch das Zusammenbringen verschiedener Musiker und Genres. So erinnert der instrumentale Eröffnungstrack »XYAB« an den eklektischen Output des Brainfeeder-Labels: beat-orientiert und trotzdem knistert es atmosphärisch, tiefe Bässe flankieren ein orientalisch klingendes Sprachsample. Mit dem nächsten Stück »A1« wird es etwas konventioneller: unter den spitzen Raps von Rye Rye macht sich ein unheimlicher, wenn auch unaufgeregter Beat-Teppich im Midtempo-Bereich breit, in dem allerdings auch für einen Streicher-Zwischenteil und für karibische Steeldrums zum Schluss hin Platz ist. »Better To« klingt dann schlicht und ergreifend sehr nach Daft Punk und das abschließende »Real Love« groovt sich gemütlich in Richtung Future-R’n’B. Somit ist die knappe Viertelstunde von »SS14« eine gute Visitenkarte für eine ganze Palette von in Zukunft eventuell anstehenden Produktionsjobs. Gleichzeitig macht die EP auch Hoffnung auf weitere Veröffentlichungen von Christian Rich selbst.