Review

Clarence G

Hyperspace Sound Lab

Clone Aqualung Series • 2015

Es gibt nicht viele Scheiben, die einen solch sagenumwobenen Status vereinnahmen wie die erste Platte des 2002 verstorbenen James Marcel Stinson Von 1.000 EUR Auktionen Mitte der 00er Jahre auf Ebay war da die Rede und ebenso von zig versteckten Kopien auf irgendeinem Dachboden. Nachdem dieses Jahr sogar eilig hergestellte Plastik-Bootlegs für 250 EUR über Discogs weggingen, war es nun wirklich allerhöchste Eisenbahn, diesem Stück Musikgeschichte endlich wieder neues Leben einzuhauchen. Eigentlich erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, veröffentlicht Clone doch schon seit 2009 stetig Material von Donald und Stinson häppchenweise in kleinen Portionen, aber der Gerüchteküche nach zu urteilen mochte James Stinson die Platte wohl nicht sonderlich und verweigerte sich je her weiterer Verbreitung. Wenn das denn stimmen sollte, steht er damit wohl allein auf weiter Flur, denn die vier Stücke springen von Highlight zu Highlight. Besonders hervorzuheben ist dabei wohl die mächtige Electro Nummer »Clarence G’s Club«. Selten sind Rap und Electro energetischer und grooviger kombiniert worden. Die eingängigen Chords tun ihr übriges. Turbine ist knalliger, heruntergestrippter Detroit-Techno mit einer großen Portion schroffem Industrialfeeling, während »Cause I Said It Right« als bassbetonte Dub- oder Alternativversion des Clarence G-Krachers daherkommt. »Data Transfer« lässt zu dem Zeitpunkt schon erahnen, wo es später mit Drexciya musikalisch hingehen sollte. Als einer der heiligen Grale des Detroit Techno sollte diese Platte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen und mit dem Repress gibt es nun auch wirklich keinerlei Ausreden mehr.

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