Computer aus Vancouver, einst als Duo gestartet und bald aufgrund der eigenen Ansprüche zu einem siebenköpfigen Kollektiv angewachsen, machen extrem schönen wie unruhigen, mitunter geradezu hibbeligen Math-Rock. In ihren Kaskaden aus Krach und Komposition reißt diese Musik alles mit sich. Noise, Jazz, Post-Punk – jeweils für ein paar Takte erlaubt, bevor Computer den nächsten Richtungswechsel einschlagen.
In den dreieinhalb Minuten von »The Picture« auf ihrem Debütalbum Station On The Hill laufen diese Elemente mustergültig zusammen. Ein Synthesizer wirft einen Rhythmus in den Raum, eine E-Gitarre lässt ein paar Akkorde fallen, bevor die Drums den Song an sich reißen. »These things don’t come easy«, geistert es wenig später als Mantra durch das Stück. Explosion. Saxofon. Eskalation.
Die große Kunst der Band aus Vancouver besteht darin, bei all diesen Aspekten nie zu überfordern. Wo der Sound in anderen Bereichen des Genres schnell zur Kopfgeburt mutiert, fließen die Songs von Computer durch einen Zustand zwischen Sturm und Drang. Dieses Album gehört zu den spannendsten Veröffentlichungen der letzten 25 Jahre in der stromverstärkten Gitarrenmusik: acht Songs, die Hörgewohnheiten verschieben – mit Anspruch und, nicht zuletzt, Saxofon.

Station On The Hill Clear Vinyl Edition