Doom und Death Metal, Growling und gutturales Herumgekehle: Wer in den Katalog von Profound Lore blickt, wird sich wundern, mit »Asphalt For Eden« ein Hip Hop Album zu finden. Die Verwunderung sinkt, wenn man weiß, dass dessen Urheber bereits vier LPs bei Mike Pattons Ipecac Reordings herausbrachten und dass eine davon von den deutschen Krautrockern Faust produziert wurde. Ganz weicht sie, wenn der Name Dälek fällt. Dälek gehören Hip Hops DIY-Szene der späten 1990er Jahre an, die dem recht eingefahrenen Hip Hop-Entwurf mit Experimentierfreude begegnet. Statt auf Soul- und Funk-Samples zu setzen, wildern sie z.B. bei Noise und Ambient. Mitunter klingt das nach Bomb Squad-Produktionen, deren Tempo gedrosselt wurde und deren vordergründige Riot-Fight-Härte einer unterschwellig brodelnden Aggressivität gewichen ist. In diese Presche schlägt direkt der Opener »Shattered«. Getragen vom monoton sägenden Gitarrensound hätte der Song gut und gerne auf »From Filthy Tongue Of Gods And Griots« Platz gehabt. Wem das kein Begriff ist: Keine Angst, mit diesem Frühneunziger-Crossover-Ding hat das nix zu tun. Eher noch mit der Essenz des ursprünglichen Hip Hop-Gedankens »something from nothing«. Track Zwei, »Guaranteed Struggle«, bezeugt das recht deutlich: Überträgt man die Instrumentierung auf gängige Hip Hop-Chiffren, ist Däleks Arbeitsweise fast klassisch. Bedenkt man obendrein die vielfältigen Experimente eines Afrika Bambaataa, ahnt man, in welche Tradition Dälek sich stellen. Dies eingedenk, erscheinen einem die epischen Downtempo-Burner, deren Endzeit-Raps sich gleichberechtigt in die Instrumentierung schmiegen, einfach nur folgerichtig. Großartig eh.

Asphalt For Eden