Review

Gang Starr

Hard To Earn

Chrysalis • 2008

»Hard To Earn«, das vierte Album von Guru und DJ Premier als Gang Starr, markiert die Etablierung des Hardcore Hip Hop im Mainstream um die Jahre 1993/1994. Seit ihrem zweiten Album waren die Bostoner aus dem Wild Pitch Records-Umfeld (bei denen auch ihr erstes Album 1989 erschien) mit einem Deal beim britischen Großlabel Chrysalis (EMI) dichter an den Mainstream gerückt. Doch »Hard To Earn« von 1994 ist härter im Sound, bietet weniger melodische Inseln und ist textlich expliziter als alle Vorgänger. Interessanterweise ist die Platte zugleich die erste mit einem »Parental Advisory« Sticker und zugleich die kommerziell erfolgreichste Platte des Duos bis dahin (#2 in den RnB/Hip Hop Charts, und #25 in den Billboard Charts). »Money’s growing like grass with the mass appeal«, heißt es auf »Mass Appeal«, der zweiten Single des Albums passenderweise. Danach kletterten ihren Alben bis »Moment of Truth« von 1998 bis auf Platz 6 der Billboard-Charts. Während man bis zum Auftauchen des Wu-Tang Clans 1993 Gangsta Rap und Hardcore Hip Hop vor allem mit der West Coast und N.W.A. assoziiert hatte, halfen Gang Starr mit »Hard To Earn« der East Coast zu einer Antwort, die die 1990er Jahre und Künstler darüber hinaus prägen sollte. Die Platte featuret auch Jeru the Damaja, der wenige Monate später sein Debüt unter der Produktion von DJ Premier herausbringt. Auch er wird später für seine gewaltverherrlichenden Lyrics angegangen werden (»No matter who you damage, you’re still a false prophet«, heißt es bei den Fugees in Anlehnung an Jeru’s »You Can’t Stop the Prophet« 1996), doch »Parental Advisory« ist da längst zum Kassenschlager geworden.

Das Album liegt als amerikanische Original-Pressung von 1994 mit sehr gut erhaltenem Sleeve (VG+) und sehr gut erhaltener Platte (VG+) vor