Review

Get Well Soon

Greatest Hits EP

City Slang • 2014

Für den abschließenden dritten Teil seiner EP-Reihe versammelt Get Well Soons Konstantin Gropper nicht etwa eigene Erfolge, sondern covert mal mehr, mal weniger bekannte Songs von Größen wie Elton John, George Michael oder den Stranglers. Eigentlich wollte er ausschließlich Welthits aufnehmen, doch schließlich landete auch eher Obskures wie »Lucifer Rising II« aus dem Soundtrack des gleichnamigen Kenneth Anger Films oder das beinahe vergessene »’Til I Die« der Beach Boys auf der EP. Diese Strategie geht zum Teil wunderbar auf – gerade »Always The Sun« gewinnt durch das geschickte Umarrangement und Groppers sonoren Bariton und auch »Careless Whisper« macht verlangsamt und ohne das schmalzige Saxophon des Originals als eine Art Western-Ballade im Breitwandformat ebenfalls Spaß. Doch leider können nicht alle neuen Versionen vollkommen überzeugen. So fügen etwa die einfühlsamen Streicher in »Rocket Man« dem Song nicht unbedingt etwas Entscheidendes hinzu (und somit bleibt nach wie vor die Version von William Shatner das wohl beste Cover). Insgesamt lohnt sich aber auch diese EP, die diese dreiteilige Serie nicht zuletzt durch das Artwork des Künstlers Hermann Schenkel gelungen abrundet. Das gesamte Projekt zeigt, dass bereits etablierte Formate (wie eben die EP) noch immer mit kreativen Konzepten gefüllt werden können, ohne auf Krampf ausgefallene digitale Strategien integrieren zu müssen.