Review

Josh Furey

Petals

Nocturne Records • 2013

Josh Furey ist ein Beatschmied aus dem kanadischen Calgary. Im Jahre 2008 brachte er sein Debütalbum heraus, bezeichnenderweise unter dem Titel »Archaeology« – er machte bereits bei der Namensfindung deutlich, dass er jener Produzentenschule angehört, die tief nach den zugrunde liegenden Samples ihrer Tracks gräbt. Angereichert mit eigens eingespielten Sounds und diversen Field Recordings bewegt er sich in jener Tradition, in der auch sein Landsmann Factor eine Bombe nach der anderen bastelt. Furey geht allerdings etwas geradliniger und insgesamt weniger verspielt an die Sache heran: Die repetitive Soundästhetik klassischer Hip Hop-Tracks, der er sich in seinen Instrumentalstücken verschreibt, lässt ihn Downbeat-Nummern aus dem Ärmel schütteln, die sich prächtig mit Produktionen der Herren Joe Beats, Blockhead Maker oder 2econd Class Citizen verstehen. Beats um die 90 bpm lassen den Kopf gemütlich nicken, während sorgfältig gediggte Percussion-Klänge den vier Vierteln der Takte klicker-klackernd Funk beibringen. Gestaltgebendes Element der Scheibe ist neben der Gitarre übrigens das Koto, also jenes japanische Saiteninstrument, das seinerzeit dem East Flatbush Project einen Hit bescherte. Es überführt das Stück Isles auf die japanischen Inseln und ist auch für den Japan-Flavour des Tracks Katana zuständig. Dass RZA dem letztgenanntem Stück Pate stand ist augenscheinlich, und auch bei »93« fühlt man sich an jenes wegweisende, von RZA produzierte Album selben Jahrgangs erinnert: Eben an »Enter The 36 Chamber« vom Wu Tang Clan. »Petals« hat zwar nicht unbedingt das Format früher Clan-Tage, ist aber sehr wohl ein Album, bei dem man gerne noch einmal auf Repeat drückt.

Im HHV Shop kaufen