Patrick Holland und Francis Latreille alias Jump Source taten sich im Jahr 2016 erstmals für die EP »Guide to Action« zusammen. Ihr breakbeat-inspirierter House zeichnete sich durch warme Pads, simple Melodien und gelegentliche Rückgriffe auf vergangene Epochen aus. Er erinnerte an die Ästhetik ihrer ebenfalls aus Vancouver stammenden Kollegen von den Pender Street Steppers. Seitdem haben sich die Koordinaten aber verschoben. Auf einer Reihe von größtenteils selbstveröffentlichten EPs hat das Duo seinen Sound mithilfe zahlreicher Gäste weiter diversifiziert.
Auch auf dem Debütalbum Fold werden Jump Source von einigen Vokalist:innen unterstützt. Sieben der elf Stücke bekommen von ihnen eine individuelle Note verliehen: Helena Deland etwa singt auf »Shattered« und dem Titeltrack, billy woods rappt auf »Empty Bars«, und POiSON GiRL FRiEND gibt sich auf »Close« halb geflüsterten Wortspielereien hin. Holland und Latreille unterstützen ihre Mitstreiter:innen mit Tracks, die dem Downbeat und Trip-Hop der 1990er- ebenso wie dem Folktronica der 2000er-Jahre Tribut zollen, scheuen aber auch nicht vor vereinzelten House-Bangern zurück.
Das macht Fold irgendwie, na ja, bold. Was wiederum nicht bedeutet, dass es per se weniger freundlich und luftig klänge als frühere Veröffentlichungen – »Affect« stellt sogar einen offensichtlichen Rückgriff auf die Anfänge des Duos dar. Deutlich wird aber, wie weit Jump Source in einem Jahrzehnt gekommen sind: Vergleiche zu anderen Projekten lassen sich nicht mehr ohne Weiteres ziehen.

Fold