Review

Miss D.

Moving

Edition Hawara • 1984

In Wien geht man nicht ins Café, sondern ins Kaffeehaus. Dort bestellt man eine Melange und keinen Capputschino. Und weil man nicht nörgelt, sudert man – über alles, vor allem die Deutschen, die herkommen und Cafffffé und Caputschiiiiino und »lecker« sagen. Das ist so und das wird auch immer sein, da darf man nix machen, weil das ist Wien und da ist man halt manchmal oder meistens ein Oasch. Deshalb braucht man auch mindestens einen Hawara, der im besten Fall kein Kiwara ist. Schon geht es einem hier gutbessergösser, zum Beispiel mit Edition Hawara, das zum beckenbödlerischen Wohlbefinden beiträgt, sofern man sich bei Discofunk von anno-irgendwann nicht instinktiv den Zeigefinger in den Mund steckt. An der Stelle muss man dazusagen: Funk und Disco war in Wien auch nicht besser als sonstwo. Aber auch nicht schlechter. Also haben sich drei Hawara gedacht, hülft’s nix, schod’s nix und legen die angestaubten Austroscheiben neu auf! Zuerst als Deephousemafia in sogenannten Szeneclubs. Später über YouTube. Und seitdem der Algorithmus seine Spompanadeln spielt, auch ganz richtig, als Label. Den achten Release – von einer Miss D. aus New York, die in der guaten, oiden Zeit Werbung für Eislutschker aufgenommen haben soll – prackt man sich mindestens einmal auf den Teller, weil: Der Schas is haas. Und das ist ausnahmsweise kein depperta Schmäh!

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Miss D.
Moving
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