Review

Mytron & Ofofo

Ceremony

Multi Culti • 2018

Ein Wiedersehen mit Mytron [& Ofofo](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/5825/ofofo🙂 Amüsanterweise habe ich selbst das Debüt der beiden Musiker Jacek Janiszewski und Sasa Crnobrnja vor knapp einem Jahr angepackt für unser schönes Magazin hier. Seit »Si Jambo«, auch auf Multi Culti haben die beiden Jungs viel beachtete 12“s auf Bordello a Parigi (»Aircraft One«), Les Yeux Orange (»Topography«) und Razor’n’Tape (»Edits«) rausgehauen. Eine Weiterentwicklung wird nicht bloß geübten Ohren auffallen. Schon der Opener »Crickets: Archipelagian Impressions« bringt gleich mehrere musikalische Erzählungen zusammen und verknüpft sie zu einem komplexen Mit- und Neben- und wieder Miteinander. Gegenläufige Strukturen aus Balearic, 70er Reminiszenz-Krautronica und aktuellem Organic-House spielen sich immer wieder in die Quere und erzeugen dieses Geflecht an Sommerlichkeit, das mitreißt. »Radio Yebeh« klingt hingegen eingangs nach astreinem West-Afrika-Sound, selbstverständlich in seiner Aufarbeitung, verschiebt dann Richtung Plastik-Orgel mit ordentlich Staub drauf. Der Track, der einem Sierra Leonischem Gericht gewidmet ist, stellt den exotischen Höhepunkt auf einer (wiedermal) nicht mit Exotismen geizenden Tanzplatte. Doch auch hier schaffen es Mytron & Ofofo nicht bloß mit einem exotischen Anstrich cool da stehen zu wollen, sondern hier ist alles recht ernst gemeint. Für sie (und damit stellvertretend für das ganze Label, das auch Long-Papes in seinem Merch bereit-hält) geht es allein um die Geilheit der Songs. »Mushroom-Friendly« heißt es da in der Ankündigung: Hauptsache man kann Tanzen und Träumen. Das gelingt mehr als eindrucksvoll.

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Mytron & Ofofo
Ceremony
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