Sein Dalston Tape, Vol. 1 von 2024 war bereits bemerkenswert. Jetzt hat der Produzent Neue Grafik – bürgerlich Fred N’thepe – mit Rachael das nächste Album vorgelegt. Und lässt das Jahr damit ausgesprochen stark beginnen. So sehr, dass man für einen Moment nicht daran denken muss, dass in den kommenden zwölf Monaten jenseits dieses dichten Jazz-House-Hip-Hop-Hybrids mit starker Prägung durch britische Clubmusiktraditionen vermutlich auch weniger Erfreuliches passieren dürfte.
Auf »Rachael« geht es ansteckend bubbly zu, der Groove wird gelegentlich durch Acid-Zugaben aufgekratzt oder rumpelt gemütlich mit dezent hallenden Breaks. Ob instrumental oder als Gesangsnummer, entscheidet im Zweifel das Material. Neue Grafik beherrscht diese Wechsel souverän und fügt die keineswegs homogenen Stücke – inklusive sparsamer Streicher-Interludien – durch klug gesetzte Kontraste zu einem größeren Ganzen. Dahinter steht sogar ein loses Konzept: Der Titel bezieht sich auf die gleichnamige Figur aus Ridley Scotts Film Blade Runner, der Track »Voight Kampff 808« spielt ebenfalls direkt auf den Science-Fiction-Klassiker an. Wissen muss man das nicht, um sich für die Musik zu begeistern. Schaden tut es ihr allerdings auch nicht.

Rachael