Review

Overmono

Good Lies

XL Recordings • 2023

Overmono, das sind die Brüder Tom und Ed Russell, die zwar schon seit 2016 Musik veröffentlichen, aber erst 2021 durch ihren Hit »So U Kno« vom Geheimtipp zum heißesten Techno-Act Großbritanniens wurden. Auf den post-pandemischen Tanzflächen und Electro-Festivals wurden die Waliser weltweit frenetisch gefeiert und das jetzt endlich erscheinende Debütalbum sowohl mit hohen Erwartungen als auch mit Vorschusslorbeeren überhäuft. »Good Lies« wird nun wohl die wenigsten Fans wirklich enttäuschen, denn die Zutaten für maximalistische Club-Banger sind auf allen 13 Tracks vorhanden: tiefe Bässe und hohe, zuckrig-süße, meist gepitchte Vocalmelodien (u.a. von Tirzah), da etwas 2-Step und Grime, hier eine Prise Electronica, mal etwas härtere Beats, dann wieder sehr poppigen House. Es scheppert, es ist bunt, eingängig und innerhalb eines Tracks passiert viel – bestes Material für Festival-Bühnen und DJ-Kanzeln also. Auf Albumlänge gleichen sich einzelne Songs allerdings auf Dauer dann doch zu sehr, sind Aufbau, Schemata und Komponenten recht ähnlich, ist der hyperaktive Animationscharakter irgendwann eher ermüdend – wenn man nicht gerade dazu tanzt. Vielleicht liegt Overmono das Format des Albums einfach nicht so, denn z.B. im Fabric-Mix haben die beiden bereits bewiesen, dass sie durchaus eine runde, stimmungsvolle und abwechslungsreiche Stunde Club-Musik zusammenstellen können. Oder »Good Lies« wird einfach schon bald vielen Partygängern als Stichwortgeber für Erinnerungen an den Dancefloor dienen.