Ploy

Unit 18

Deaf Test • 2022

Sam Smith gibt Gas, Sam Smith macht Druck. Auf die Veröffentlichung der LP »Unlit Signals« im ersten Pandemieherbst folgte im nachfolgenden Jahr die Gründung des eigenen, an die gleichnamige Londoner Clubnacht angeschlossenen Labels Deaf Test, auf dem nun nach der EP »Rayhana« und einem Edit-White-Label bereits das dritte Release unter seinem Alias Ploy folgt. Gewidmet ist »Unit 18« dem gleichnamigen Club in der englischen Hauptstadt, die Inspiration wird aus der Soundsystem-Kultur bezogen – es donnert also gehörig auf diesen drei Tracks. »Stinky« rattert aggressiv los, lässt zerstückelte Vocal-Loops mit wuchtigem Subbass und scharfkantiger Percussion um die Aufmerksamkeit konkurrieren – auf all diese Elemente ließe sich jeweils anders tanzen. »Ninety One« scheint auf ähnliche Art und Weise gleich zwei Rhythmen gegeneinander laufen zu lassen: ein hart steppender, von einer wuchtigen Bassline getragener Groove trifft auf einen hochgeschwinden Backbeat und, natürlich, gleich den nächsten zerloopten MC. Das clevere Arrangement und gleich zwei Breakdowns verleihen dem Stück nur umso mehr Verve. Was soll da noch kommen? Na klar: Half-Time-Grime, Dubstep-Bässe, Hi-Hat-Gezischel, Handdrums und ein ominöses Flötensolo – und zwar alle in nur einem Tune, dem abschließenden Titelstück. Ein wahnwitziger Abschluss dieser EP, die in knapp 15 Minuten noch jede Clubwand zum Bröseln bringen sollte. Sam Smith gibt eben Gas, Sam Smith macht ordentlich Druck.

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Ploy
Unit 18 EP
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