Grégory Darsa macht nicht viel Aufhebens um seine Person, Grégory Darsa macht House-Musik. Die scheißt ebenfalls auf große Gesten oder Understatement und knallt einfach rein. Der Name Point G das nach gut vierzehn Jahren reaktivierten Pseudonym des Franzosen, steht für einen absoluten Minimalismus. Nicht allein musikalisch, sondern auch Drumherum: Mit einer Ausnahme haben die EPs, die Darsa unter dem neuen alten Namen während der letzten drei Jahre veröffentlichte, nicht einmal Titel, sondern sind schmucklos durchnummeriert und unterscheiden sich nur unwesentlich im eh schon reduzierten Artwork. Klarer Fall vom Secret-Weapon-Syndrom: Darsa liefert bescheidene Tools für Peak Time und anrainende Zeiten. Die siebte Ausgabe dieser Serie ist jedoch erneut weit mehr als das. Die vier auf zwei 12“s verteilten Tracks von »#7« sind von Sehnsucht und Euphorie Deep House-Tunes, die mit viel Geduld ihre eigentümliche Schönheit ausbreiten. Schon allein der Opener »You« kommt einer Liebeserklärung ans Publikum gleich, wie sie Caribou nicht schnuckliger formulieren könnte. Über 10:28 Minuten zieht Darsa mit warm rollender Bassline, verspulten Chords und Tamburin-Shakes die Armbehaarung lang. So schön, dass darüber kaum auffällt, wie sehr dieser Wahnsinnstrack nach vorne geht! Nach dem behaglichen Slammer »Air« folgt mit»Strike A Pause« ein funkaffines Stück, das über die gewitzt eingesetzte Sampleornamentalik keine Sekunde den Groove vom Weg abkommen lässt. Ein echtes Brett lässt der Pariser zum Schluss los: »ADG« reißt mit seinem wuchtigen Beat alle Hände in die Hände. Ein mörderischer Track voller Reminiszenzen an die good ol‘ days des Gospels von Jack. Killer! Wie schade es doch wäre, wenn allein die DJ-Crème diese Tunes heimlich in der Tasche mit sich rumträgt. Aber das hat Darsa halt davon, wenn er nicht viel Aufhebens um seine Person macht. Ihm wird es recht sein, im Zentrum steht ohnehin rein die Liebe zum perfekten Groove.

#7