Review Rock

PVT

Church With No Magic

Warp • 2010

Damit es zu keinen Missverständnissen kommt: Die australische Band Pivot heißt jetzt nur noch PVT, denn man wollte sich nicht auf gerichtliche Streitigkeiten mit einer US-Band gleichen Namens einlassen. So wie der neue Name nur andeutungsweise an den alten erinnert, haben sich auf dem zweiten Album »Church With No Magic« auch der Sound und die Ausdrucksmöglichkeiten stark gewandelt. Statt instrumentalem Post-Punk mit Elektro-Bässen geben nun Gesang und Synthies den Ton an. Das mag zum einen daran liegen, dass Richard Pike immer mehr Spaß an Vocalparts und Textarbeit hat. Zum anderen ist der veränderte Bandsound der Tatsache geschuldet, dass PVT in genau dem Londoner Kellerstudio aufnahm, in welchem sich Europas größte Sammlung an Vintage-Synthesizern befindet. So werden nun Gesangsexperimente mit dem vom »Blade Runner«-Soundtrack bekannten Yamaha CS80 kombiniert und mit den bereits bekannten treibenden Bässen sowie dem energischen Schlagzeugspiel verbunden. Diese Zutaten werden dann, wie beispielsweise auf der ersten Single »Window«, zu knackigen 3-Minuten-Songs komprimiert. Herausgekommen ist das sehr ambitioniertes Album einer Band, die den hohen Anspruch verfolgt, sich selbst immer wieder von Neuem zu überraschen.