»Vibrations« von 1976 ist keine Platte, auf der Funk, Soul und Jazz nebeneinanderstehen. Roy Ayers Ubiquity bringt sie zusammen. Der Funk steht für den treibenden Puls, der Soul für die Wärme und das Vibrafon samt jazzigem Arrangement für die nötige Offenheit – jeder Schlägelschlag eine eigene Entdeckungsreise. Erst aus dem organischen Zusammenspiel der Genres bezieht das Album seine Dynamik. Gleichzeitig werden universelle Botschaften von Liebe, Hoffnung, Gemeinschaft und Spiritualität fühlbar. Der Trick: Die Band lässt Instrumenten und Gesang gleichermaßen Raum zur Entfaltung. Selbst in schnelleren, tanzbaren Stücken gelingt das.
Relevant bleiben allerdings alle Songs auf »Vibrations« – denn die Themen darin sind allgegenwärtig. Vielleicht hat Ubiquity nicht umsonst diesen Namen gewählt: Übersetzt bedeutet er Allgegenwärtigkeit. Besonders in disruptiven Zeiten und persönlichen Krisen bietet die Band einen Zufluchtsort, an dem man Trost findet. Aus Groove, Instrumentierung, Raum und Zurückhaltung entsteht zeitlose Musik: so wie Ayers’ Klassiker »Everybody Loves The Sunshine«, ebenfalls aus dem Jahr 1976. Der Titel, darunter ein Vibrafon, prangt auf einem braunen T-Shirt, das mich bis heute begleitet.

Vibrations