Ein italienischer Jazz-Saxofonist und -Flötist reist in den 50er- und 60er-Jahren um die halbe Welt und tritt mit Musikern wie Gerry Mulligan, Chet Baker, Milt Jackson und Frank Sinatra auf. In der Hauptsache aber spielt sich Giancarlo Barigozzi als Sessionmusiker den Arsch ab und nimmt in den 70ern eine ganze Reihe von Alben mit Library Music auf. Eines davon sucht Sammler und Sample-Jäger in ihren feuchten Träumen heim: Woman’s Colours. Wenn das Album jetzt zum ersten Mal seit über 50 Jahren wiederveröffentlicht wird, wird klar, dass sein Status als Heiliger Gral gerechtfertigt ist.
The Barigozzi Group mit Gitarrist Sergio Farina und Pianist Oscar Rocchi macht es sich auf dem Album nicht so leicht, wie es der Untertitel suggeriert: »Pop Jazz – Pianoforte Elettronico Wurlitzer«. Zwar spielen die elektrischen Klaviere eine Hauptrolle im Soundbild von Woman’s Colours, aber das Dreieck Jazz-Funk, Fusion und Lalo-Schifrin-Filmmusik hat eben mehr zu bieten: Fuzz-Gitarren und Flötensoli, Bossa-Rhythmen und funky Basslines. Vor allem aber ist Woman’s Colours kein Library-Album, das auf Biegen und Brechen versucht, ein Oberthema unter möglichst unterschiedlichen musikalischen Gesichtspunkten zu beleuchten. Es ist ein Rare-Groove-Sahnestück wie aus einem Guss.

Woman's Colours