Der Kölner Musiker Opek verflicht auf seinem vierten Album Trafo noch geschmeidiger miteinander, was schon seine letzten Alben The Call (2024) und Corners (2021) ausmachte. So entsteht ein sehnsuchtsvoll-intimes, latent melancholisches und doch leichtfüßig groovendes Amalgam aus Spiritual Jazz, Filmmusik und Library Music. Dass die Tracks auf eine krautjazzige Art organisch wirken und regelrecht zu atmen scheinen, erklärt sich wohl dadurch, dass sie von einer fünfköpfigen Band live eingespielt wurden. Opek saß am Schlagzeug.
Verglichen mit dem Vorgänger wirkt das Album weniger poliert, dafür bisweilen verspielter. Manchmal lassen gar Dissonanzen aufhorchen. Etwa im Stück »Smiling Prisoner«, das an den jazzigen Soundtrack eines 1970er-Jahre-Krimis erinnert. Subtile Störgeräusche deuten an, dass die Dinge drohen, aus dem Ruder zu laufen. Doch die Spannung wird gehalten; der Held dieses Kopfkinos bleibt in Bewegung, der Track behält seinen Groove.
Der rhythmisch leicht verschleppte Nachfolger »My Oh My« stellt sehnsuchtsvollen Bläsern elegische Gesangsparts gegenüber: eine Ausnahme auf einem weitgehend instrumentalen Album, die sich jedoch harmonisch in den smoothen Gesamteindruck fügt.

Trafo