Bei Dub hört der Spaß oft auf. Zumindest wenn es um die Fortsetzung dieser jamaikanischen Reduktionstradition mit heutigen Mitteln geht. Schlechten Dub, insbesondere digitalen, gibt es jedenfalls genug. Der französische Musiker Slim Levy macht hingegen ziemlich alles richtig auf Snippet Sounds. Angefangen damit, dass er nicht unbedingt »typische« Instrumente verwendet, sondern die Spielzeugsynthesizer seiner Kinder benutzt, um einen unorthodoxen Sound mit artgerechtem Riddim hervorzubringen.
Das Beste daran: Seine Ergebnisse klingen nicht nach krampfhaft »originellem« Konzept, sondern auf angenehme Weise schrabbellig, roh und vor allem handgemacht. Weniger albern als verspielt, haben die Tracks eine Art kindlichen Ernst, ohne zu verbergen, dass ein gestandener Musiker für sie verantwortlich zeichnet. Hall und Echo sind selbstverständlich stets als Grundzutaten dabei. Die Inspiration durch den unorthodoxen DIY-Ansatz des Dub-Pioniers Lee »Scratch« Perry nimmt man Slim Levy allemal ab. Ein billiges Elektroklavier wie in »Chalaladub« passt da bestens hinein. Und die als »Kinderinstrument« belächelte Melodica, die bei Slim Levy ebenfalls nicht fehlen darf, gehört ohnehin längst zum Dub-Grundinventar.

Snippet Sounds