Endlich wieder ein gutes Rap-Album. Der zweite Track »Watch Watch« ist gleich eine Ansage. Von hier an gibt Grouch zu verstehen, dass fortan durchdachter Rap folgt, der auf Jahre produktiver Erfahrung zurückgreift, die offenbar auch positiv auf das geistige Wohlbefinden des Rappers und Produzenten der alten Helden Living Legends abgefärbt haben. »Clones» verstärkt den Eindruck, dass Grouch kein Interesse an Maskierten, Mitläufern oder Klonen hat. Aus seiner Meinung macht er kein Geheimnis. Ebenso nicht auf »Artsy«, wo er mit Intellektuellen, Individualisten und der Kunstszene abrechnet. Mit »Favorite Folks« erreicht seine Ironie einen vorläufigen Höhepunkt. Nachdem die Fronten geklärt und die Reviere verteidigt sind, gönnt sich der Künstler ein paar weiche Momente, die derart kuschelig sind, das man die Welt tatsächlich in Ordnung wähnt. Und das muss sie wohl auch sein, wenn jemand seiner Tochter einen Song oder gar ein Album widmet. Der Titeltrack brennt in leuchtenden Farben. »Mom & Pop Killer« wird politisch, »Never Die« wirkt nachdenklich, sogar romantisch. Der scheinbar unvermeidliche R’n‘B-Liebes-Track folgt und bedient das Klischee. Neben der Familienhommage »Bring It Back« der einzige Ausfall. Grouch kriegt sich aber wieder ein, lässt sich noch weiter gehen und lässt mit Picasso und Scarub »Hot Air Ballons« steigen, um danach die zeitlose Ballade »Time« aufs Parkett zu legen, die selbst die härteste Schale erweicht. Ach ja, Abstract Rude und Murs sind auch dabei. Wie gesagt, rundum gelungen.

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