Review

The Polyversal Souls

Invisible Joy

Philophon Records • 2015

Max Weissenfeldt’s chronischem Fernweh ist längst nicht mehr beizukommen. Davon zeugt sein neuestes Reisetagebuch, das mitreißender ist denn je. Auf halbem Wege zum offiziellen Kulturbotschafter unseres Landes, geht er dieses Mal voll und ganz im Klangkosmos Ghanas auf. So verheißen es zumindest die meisten Titel auf »Invisible Joy«. Mit den besten Musikern, die er hüben wie drüben zusammentrommeln konnte, beginnt die farbenfrohe Reise mit entspannter afrikanischer Marktplatzatmosphäre. Guy One’s lebhafte Phrasen, und die Zuhilfenahme eines schnell vibrierenden Metallkörpers, verkörpern diese leicht verrückte Betriebsamkeit, die man mit dem afrikanischen Kontinent verbindet. »Starlet Road Feeling Station Romance« hat diesen für die Whitfield Brothers typisch verschrobenen Ethio-Jazz Touch, den man auch in The Polyversal Souls Version von »Sad Nile« wiederfindet. »Asembi Ara Amba« verführt mit dem lässigen, lebemännischen Charme Kingstons, und wälzt sich gemächlich wie unaufhaltsam voran. Die Vielfalt des Weissenfeldt’schen Groove-Vermächtnisses hört da aber noch längst nicht auf. Den Jungle Brothers knüpft er mit »Goin’« In einen geschickt synkopierten Beatteppich zusammen, der sich unter ihren Freudenschreien und doubletimenden Versen sogleich von den geerdeten Zählzeiten emporhebt. Das im Original von Sun Ra eingespielte instrumental »Love In Outer Space« wird um so einige Perkussion und Blech-Soli abgespeckt, dafür steuern The Polyversal Souls mit einem Frauenchor Gesang bei, der die beruhigende Stimmung eines karibischen Sonnenuntergangs aufkommen lässt. Mein absoluter Favorit ist allerdings das im Original von Duke Ellingtion stammende »Race«. Mit jeder sich schließenden Hi-Hat schmiegen sich die Hörner wie auf Samtpfoten um die Takte und kraulen das Trommelfell so sanft, wie das neben dem »Duke« nur wenige verstanden.

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Polyversal Souls, The
Invisible Joy
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