Review

The Sweet Enoughs

Marshmallow

Wondercore Island • 2023

Das Cover sieht aus wie das Filmplakat eines Siebziger-Jahre-B-Movies, auch der Sound lehnt sich daran an: diese komplett entschleunigte Instrumental-Musik würde bestens zu einem dieser Filme passen, in denen tausend Gründe gefunden werden, warum eine Gruppe Frauen auf einer Insel häufig im Bikini rennen müssen. Die Musik ist allerdings für die Szenen dazwischen: die Momente, in denen ohne erkennbare Hirnregungen unter Palmen abgehangen wird. The Sweet Enoughs »Marshmallow« ist Downbeat aus Down Under, die große Einlullung, windschiefe Synths und tröpfeldene Percussions. Zu relativem Fame gekommen ist die australische Kombo über Spotify-Playlists, die für Nachmittage in der Hängematte gemacht wurden. Es ist so ein bisschen die torkelnde Version von Khruangbin. Ein Wohlgefühl ohne erhöhten Puls, ein Nachmittag, der ewig bleibt; ein Mittagsschlaf am Strand. Bei all dem hat man das Gefühl, dass das auch wirkklich nicht endgültig ernst gemeint wurde. Da hatte jemand Spass daran, eine Easy Listening-Platte zu machen und dabei alle Regler lachend auf MAXIMUM CHILL MODE gestellt.