Review

Hiroki Ishiguro

Koh Maiton

Sad Disco • 1993

Auf Koh Maiton werden Träume wahr. Die thailändische Insel inmitten der türkisblauen Andamanensee wirkt mit ihren weißen Stränden und Korallenriffen wie aus dem Bilderbuch. Und obwohl der Ort am anderen Ende der Welt liegt, ist man innerhalb von 10 Songs Flugzeit bereits dort. Der japanische Musiker Hiroki Ishiguro hat dies 1993 auf seinem zweiten Soloalbum in ein Labor aus Synthesizern, Klavierakkorden, Rasseln und flüsternden Melodien verwandelt und es kurzerhand »Koh Maiton« getauft. Zu dieser Zeit lebte Hiroki Ishiguro in Thailand, wo er sich vor allem vom Meer inspirieren ließ, dessen Tiefe und Harmonie er hier bewahrt.

Die Titel tragen Namen wie »Merical«, »joy« oder »Dream« und zeichnen ein verträumtes und sinnliches Klangbild, das kristallklares Wasser und wärmenden Sonnenschein in den Mittelpunkt stellt. Hiroki Ishiguro ist ein Meisterwerk des Fernwehsounds gelungen, das nun erstmals auf Schallplatte erhältlich ist und dadurch umso haptischer und nostalgischer wirkt. Ein besonders schönes Stück ist »Unity«, der mit seinem Arielle-Märchen-Charakter und der lässigen Strandbar-Akustik den New-Age-Hedonismus streift. Während die Klänge also einen sommerlich feuchten Dunst bilden, entsteht auf »Koh Maiton« ein wunderbares musikalisches Repertoire, das einen mit Eskapismus überflutet.