Review

Matthewdavid

Mycellium Music

Leaving • 2023

Matthewdavid hat eine besondere Beziehung zu Pilzen. Platten mit Titeln wie »On Mushrooms« oder »Spore Drive« machten schon in den Titeln deutlich, was ihr Sound auch dem Laien nach wenigen Sekunden verrät. Auf seinem neuen Album »Mycelium Music« geht es irgendwie um ein unterirdisches Pilzgeflecht, über das Pflanzen und Lebewesen überhaupt kommunizieren, sprich: Alles ist miteinander verbunden.

Klingt wie aus dem Astralkristall geschüttelt? Ist es auch. Denn der in Los Angeles lebende Künstler hat sich für dieses Album durch ein Archiv von Klängen und Kulturen des New Age gearbeitet. Auf einen entsprechenden Trip schickt Matthewdavid »Mycelium Music«: Es knistert, funkelt, rauscht, schwebt, trägt, zieht dahin. Eine Platte, die schwer zu fassen ist, weil sie sich fast allen Konventionen entzieht. Was bleibt, sind einzelne Melodien, »Zithertronica« gehört zu den greifbareren Momenten in all dem Rauch und Rausch. (Könnte auch im Wartezimmer beim Physiotherapeuten laufen.) Tracks wie »X« katapultieren mit sanftem Schub in ganz andere Sphären. (Könnte auch in einem neonfarbenen Horrorfilm von Nicolas Winding Refn laufen).

Seiner Philosophie folgend, ist »Mycelium Music« nur als Ganzes zu verstehen, homöopathisch eingenommen oder nicht. Alles hängt zusammen, alles gehört zusammen. So auch die Klänge dieses Albums, das direkt in unserem Unterbewusstsein arbeitet.