Wer unveröffentlichte Popsongs aus den Siebzigern zum Remastering an einen Künstler wie den verdienten Experimentalmusiker Jim O’Rourke übergibt, muss sich davon etwas versprechen. In diesem Fall gibt es mehrere Gründe, die die Sache interessant machen. Denn Tommy Peltier war vor der Zeit, aus der diese Aufnahmen stammen, Trompeter, musste seine Karriere aber – wegen einer Verletzung am Mund, wie es heißt – Ende der Sechziger noch einmal neu starten. Als Sänger versuchte er sich mit der Hilfe von Jazzkollegen und der befreundeten Singer-Songwriterin Judee Sill, deren Wiederentdeckung vor rund 20 Jahren ebenso durch den Mix von Jim O’Rourke unterstützt wurde.
Tommy Peltiers Archive werden auf Echo Park zwar nicht zum ersten Mal als musikarchäologische Entdeckung präsentiert, doch die hier versammelten Stücke gab es bisher allenfalls in anderen Versionen. Vieles kann man gänzlich neu entdecken, etwa den Song »Flight of the Dancer«, der mit sanft weinender Gitarre, chromatisch auf- und absteigenden Harmonien und grandios dynamischem Aufbau inklusive gelegentlicher Pausen und Hintergrundchor einen würdigen Rahmen für Peltiers ungewöhnlich hohe, leicht gepresste Stimme bietet.
Andere Songs treten bescheidener auf, wie »Oneness«, das still um wenige Töne kreist und mit seinem leicht repetitiven Aufbau an dezent bewusstseinserweiterten Folk denken lässt. Hin und wieder tritt auch Judee Sill in Erscheinung. Mit Tommy Peltier kann man eine Zeitreise zurück in eine allzu vertraute Dekade machen, so als wäre es das erste Mal.

Echo Park The 70's Sessions