Review

Truss

Kymin Lea

Perc Trax • 2015

Verzerrte mächtige Kick Drums, fette aber kreischende Bässe und fiepsend schnalzende Percussions dominieren der Titeltrack der ersten Tom Russell-Produktion seit 2012 unter seinem Pseudonym »Truss«. Im Hintergrund hingegen schweben ganz im Gegensatz dazu zarte, ätherisch hymnische Akkorde. Mit »Clawdd Du« setzt der Brite dagegen einen strammen Dance Floor Smasher, der mit merkwürdig ausgefransten Bässen, verstörenden, tonal mäandernden Sounds und Spuk-haften Vokal-Schnipseln für eine eigenartige, recht verstrahlt anmutende Stimmung sorgt. »Wyefield« schließlich besticht durch einen knallhart bolzenden und prügelnden Distortion-Tech-Beat, dubbige Percussions und Flöten-artige, beinahe schwerelose UK Bass-Tonfolgen. Drei kratzig und schabend lärmende, dissonante und schroffe Acid Tracks, die den Produzenten wieder ein mal von einer wesentlich raueren und ungeschliffeneren Seite zeigen als seine Veröffentlichungen als MPIA3 oder eine Hälfte des Duos Blacknecks. Das sind drei wunderbar unfreundliche und aufregend scharfkantige, höchst eigenständige Tracks, die ebenso viel Beachtung für spannende Sound-Ideen und Klangfarben verdienen wie für ihre experimentierfreudige und treibende Tanzbarkeit.