Charles Bals dritte Compilation für Smiling C. Und wer die ersten beiden kennt, dem kann man keinen Vorwurf machen, wenn er hier erst einmal… irritiert ist. Sowohl mit American Dream Reserve als auch mit Black Rain gelang dem Zusammensteller durchaus ein Kunststück: Zwar triefte der Zucker auch auf diesen Compilations vom Rande der Platte, aber genau zur rechten Zeit wurde der Adult Oriented Rock und Pop gekrümmt. Die Produktionen waren oft matt (Lo-Fi), die Texte wundersam, der Drive im perfekten Moment unerwartet. Alles also weird genug für den begehrten Stempel: »Outsider«.
Das ist auf Neon Castle anders. Die Künstler:innen dürften ausnahmslos am Tag der Aufnahme die Haare gewaschen haben. Ziemlich sicher sogar Haarspray benutzt. Parfüm. Die Produktionen sind crisp, die Songs ausformuliert. Hier sitzt nichts neben der Spur. Es läuft alles glatt. Neunmal schummrig-seichter Yacht-Rock, sauberer 80er-All-Female-Pop. Wer das Obskure erwartet hat, macht erschrocken im Widerglanz der Diskokugel die Taschenlampe aus; Radiohörer:innen wiederum feiern zu diesen Songs schulterzuckend die beste Cocktailparty ihrer Gemeinde.

Neon Castle