Nach Anemones bewegt sich DJ Bunnyhausen, alias Xylitol, auch auf ihrem zweiten Longplayer auf Planet µ durch detailreiche Jungle-Tracks, die von einer selbstbewussten, unprätentiösen Fluidität geprägt sind. Blumenfantasie bündelt die mitreißenden Breakbeats und himmlischen Synthesizerflächen nicht zu einer bloß eklektischen Collage, sondern zu einem in sich geschlossenen Sound, der sich wie ein Mosaik aus Erinnerungen ausbreitet: Elemente der DDR-Ästhetik, 70er-Psychedelia, Jungle/Grime der 90er- und 2000er-Jahre sowie Kosmische und Krautrock werden so kombiniert, dass Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig hörbar sind.
Besonders deutlich wird das in »Mirjana«, wo das Tempo zum ersten und einzigen Mal reduziert wird und der Krautrock-Verweis nicht als dekorative Geste, sondern als struktureller Eingriff genutzt wird. Am anderen Ende steht ein dunkles, desorientierendes Breakbeat-Stück mit Bowed Clusters – entstanden in Zusammenarbeit mit der Post-Rock-Band The Leaf Library. Dazwischen zeigen Tracks wie »Chromophoria« oder »Lights«, wie souverän Xylitol federnde Jungle-Programmierung mit träumerischen Synthesizerfarben verbindet. Den Abschluss bildet »Falling« mit gepitchten Vocals und unverkennbarer Energie für die Tanzfläche.
Blumenfantasie ist körperlich, detailreich und von einer seltenen, unaufdringlichen Emotionalität geprägt. Die Energie und die technische Raffinesse in Verbindung mit der verkürzten Breakbeat-Sprache hinterlassen eine bemerkenswerte Intimität.

Blumenfantasie