Music Review | verfasst 22.10.2018
Army Of The Pharoahs
The Torture Papers
Babygrande, 2018
Text Nils Schlechtriemen
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (1)
7.7
Redaktion
Cover Army Of The Pharoahs - The Torture Papers

Eigentlich das stattliche Debüt eines ganz schön umtriebigen All-Star-Projekts, stand »The Torture Papers« dennoch immer etwas im Schatten der ersten Alben von Jedi Mind Tricks. Deren Gründungsmitgleider Vinnie Paz und Stoupe the Enemy of Mankind zeichneten immerhin auch hier verantwortlich für die Projektidee, rekrutierten fähige Rapper von der Ostküste – Esoteric, 7L oder Apathy, um nur ein paar zu nennen – und machten aus der Army Of The Pharaohs ein Art Who’s Who des Philly-Untergrunds. Fetttriefende Boom-Bap-Beats, orchestral überhöhte Instrumentierung und mythopoetische Sozialkritik gibt’s daher auch auf »The Torture Papers« in satter Ausführung. Seit Jahren out of print, wurde die Platte nun bei Babygrande zum ersten Mal seit der Erstpressung 2006 in den Farben Gold und Rot neu aufgelegt. Vinnie Paz selbst übernahm das Remastering und hat den extrem unterschiedlichen Beats und Rappern ein aktualisiertes Maximum an Groovedichte abgerungen. Deutlich wird beim Hören jedoch vor allem: Dieses Debüt hatte seinen festen Platz im Hardcore Hip-Hop schon damals auch wegen der verdammt souveränen Texte verdient.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 05.11.2010
7L & Esoteric
1212
Erstmals seit 2006 gibt’s das Gespann 7L & Esoteric wieder auf Albumlänge. Die Ansage: 12 Tracks, die alle als 12inch taugen sollen.
Music Review | verfasst 01.06.2011
Ill Bill & Vinnie Paz
Heavy Metal Kings
Wer Ill Bill und Vinnie Paz kennt, der weiß was ihn erwartet: Düstere, brachiale und energetische Raps.
Music Review | verfasst 25.09.2011
Apathy
Honkey Kong
Natürlich sind manche Punchlines hier hart an der Grenze. Dennoch: Apathy gelingt mit Honkey Kong ein richtig gute Rapalbum.
Music Review | verfasst 02.04.2013
Inspectah Deck & 7L & Esoteric
Czarface
Nach zehn Jahren gehen Inspectah Deck und 7L & Esoteric wieder gemeinsam ins Studio und kreieren den Superhelden «Czarface«.
Music Kolumne | verfasst 17.04.2013
High 5
7L & Esoteric's liebste Wu-Songs
Die Shaolin-Mönche aus Staten Island übten auf das Bostoner Rapduo 7L & Esoteric immer eine große Faszination aus. Mit dem Wu-Tang-Mitglied Inspectah Deck haben sie nun ein Album veröffentlicht. Wir fragen sie nach ihren liebsten Wu-Songs.
Music Review | verfasst 12.05.2014
Army Of The Pharaohs
In Death Reborn
Dafür, dass Army Of Pharaohs »In Death Reborn« und folglich wohl untot sind, zeigen sie sich hier erstaunlich lebendig.
Music Review | verfasst 18.10.2012
Vinnie Paz
God Of Serengeti
Größtenteils geht es auf »God of the Serengeti« um Selbstdarstellung, Größenwahn und Battle-Raps.
Music Review
Various Artists
Elsewhere LVI
MIt »Elsewhere LVI« hat DJ soFa zum vierten Mal etwas krude, obskure groovende, retrofuturistische Tracks zum Entdecken zusammengestellt.
Music Review
Pharoah Sanders
Africa
Auf »Africa« von 1984 finden Pharoah Sanders, Idris Muhammad, John Hicks und Curtis Lundy zusammen und spielen grandiose Musik.
Music Review
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review
Tiger & Woods
AOD
Album Oriented Dance, »AOD« war die Ansage von Tiger & Woods, die sie uns gleich im Titel ihres neuen Longplayers lieferten. Ging es auf?
Music Review
Guerilla Welfare
The Nature Of Human Nature
Guerilla Welfare haben zwischen 1986 und 1991 Ethno, Dub und Funk verührt. »The Nature Of Human Nature« fasst ihre Musik zusammen.
Music Review
Neuzeitliche Bodenbeläge
Leben
Premiummusik für liebevoll heruntergewirtschaftete Hinterhoflokale und ihre Gäste. Zur EP »Leben« von Neuzeitliche Bodenbeläge.
Music Review
Ill Bill & Stu Bangas
Cannibal Hulk
Diese Collab wurde im Horrorcore-Genre sehnsüchtig erwartet: Ill Bill und Stu Bangas machen auf »Cannibal Hulk« gemeinsame Sache.
Music Review
The Comet Is Coming
Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
Shabaka Hutchings und kein Ende: sein Projekt The Comet Is Coming zockt auf »Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery« vital wie selten.
Music Review
Bibio
Ribbons
»Ribbons« von Bibio funktioniert als 50-minütiges Gesamtwerk, das vor vorne bis hinten die warme Stimmung der Zweisamkeit einfängt.
Music Review
New World Science
Osmos (Movements)
Das Trio New World Science wandelt auf »Osmos (Movements)« auf den Spuren von Jon Hassel. Unterstützung erhalten sie von RAMZi und R Weng.
Music Review
The Budos Band
V
Natürlich ist diese testosterongeschwängerte »Macho-Mucke« der Budos Band etwas anachronistisch, aber was soll’s: »V« macht einfach Spaß.
Music Review
Keys
Voltage
Key ist das neue Duoprojekt von Benedikt Frey, gemeinsam mit Chris Cox.Am besten auf »Voltage« sind die Tracks, die aus der Reihe tanzen.
Music Review
Fennesz
Agora
»Agora« ist sehr viel sparsamer als die vorangegangen Releases des österreichischen Musikers. Doch damit erreicht Fennesz einfach sehr viel.
Music Review
Asuna & Jan Jelinek
Signals Bulletin
Sechs Jahre haben der japanische Organist Asuna und der in Berlin lebende Musiker Jan Jelinek an »Signals Bulletin« gearbeitet.
Music Review
Marvin Gaye
You're The Man
»You’re The Man« versammelt Musik von Marvin Gaye, die der Öffentlichkeit bisher weitestgehend vorenthalten wurde. Widerspruch inklusive.
Music Review
VC-118A
Inside
Als VC-118A liefert Samuel van Dijk mit »Inside« für Delsin die bestmögliche Synthese seiner verschiedenen musikalischen Projekte ab.
Music Review
Wilma Vritra
Burd
Scheinbarer Widerspruch, genial gelöst: Odd Future’s Pyramid Vritra und Wilma Archer machen auf »Burd« als Wilma Vritra gemeinsame Sache.
Music Review
Lee Fields & The Expressions
It Rains Love
Lee Fields feiert 2019 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit »It Rains Love« wurde nun sein fünftes Album mit The Expressions veröffentlicht.
Music Review
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.
Music Review
Nirvana
Live At The Paramount
Der vielleicht beste Konzertmitschnitt der legendären Rockband Nirvana, »Live At The Paramount«, liegt nun erstmals auf Vinyl vor.
Music Review
Curt Cress
Dschung Tek EP
»Dschung Tek« und vier andere Tracks von Curt Cress aus dem Jahre 1983 wurden jetzt bei Music From Memory wiederveröffentlicht.
Music Review
Horace Tapscott with The Pan-Afrikan Peoples Arkestra
Live at I.U.C.C.
Soul Jazz entdeckt in diesem Jahr den amerikanischen Jazzpianisten Horace Tapscott wieder. Den Anfang macht »Live at I.U.C.C.« von 1979.
Music Review
Lamellen
Monty Roberts EP
Auf der »Monty Roberts EP« gießt das niederländische Duo Lamellen ein sehr balearisches und verträumtes Lebensgefühl in dynamische Tracks.
Music Review
Roy Ayers
Silver Vibrations
Die allererste Reissue von »Silver Vibrations«, Roy Ayers’ zuerst 1983 veröffentlichtem Album, wurde jetzt bei BBE veröffentlicht.
Music Review
JMII
Modulations
In Barcelonas Clubszene kein Unbekannter, veröffentlicht JMII jetzt mit »Modulations« eine hörenswerte EP auf Jamie Talabots Hivern Discs.
Music Review
Steve Reid
Nova
Das einzig schlechte an »Nova« von Steve Reid aus dem Jahr 1978 ist, dass es nach 30 Minuten schon wieder vorbei ist.
Music Review
Blu & Oh No
A Long Red Hot Los Angeles Summer Night
Wenn Blu kooperiert, dann wird’s meistens gut. Auf »A Long Red Hot Los Angeles Summer Night« macht er nun mit Oh No gemeinsame Sache.
Music Review
Shlohmo
The End
»The End« von Shlohmo dreht sich um den Weltuntergang. Man übersieht so beinahe wie vielschichtig, interessant, ausgereift die Platte ist.
Music Review
The Exaltics
Exodus
The Exaltics stehen am Ende der Electro-Geschichte. Die EP »Exodus« blickt zusammen mit Egyptian Lover gleichermaßen nach vorn und zurück.
Music Review
Beth Gibbons & The Polish Radio Orchestra
Henryk Górecki: Symphony No.3
Mal ehrlich: Wer denn sonst sollte die Henryk Góreckis »Symphony No.3«, die »Sinfonie der Klagelieder«, interpretieren als Beth Gibbons?
Music Review
DMX Krew
Glad To Be Sad
Auf »Glad To Be Sad«, dem neuen Album von DMX Crew, furzen, wobbeln und quietschen die alten Synthesizer wie zu alten Rephlex-Zeiten.
Music Review
Ed Longo & The Applied Arts Ensemble
The Other Fantasy
Wenn das mit dem Klimawandel so weitergeht, wird sommerliche Musik wie die von Ed Longo & The Applied Arts Ensemble noch gebraucht werden.
Music Review
Durand Jones & The Indications
American Love Call
»American Love Call«, das zweite Album von Durand Jones & The Indications, ist im besten Sinne zeitlose Musik.
Music Review
Various Artists
Nigeria 70: No Wahala
Ganze acht Jahre nach der letzten Compilation der »Nigeria 70«-Reihe legt das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiernde Label Strut nun nach.
Music Review
Imani
Out Of The Blue
So »Out Of The Blue« wie sie 1983 aufgetaucht sind, waren Imani dann auch wieder verschwunden. Jetzt wurden sie wiederveröffentlicht.
Music Review
África Negra
Alia Cu Omali
África Negra sind Überlebende der goldenen Zeiten des Rumba. Jetzt haben sie mit »Alia Cu Omali« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Kokoroko
Kokoroko
Die britische Jazzszene hat einiges zu bieten derzeit: so wie Kokoroko, ein achtköpfiges Ensemble um die Trompeterin Sheila Maurice-Grey.
Music Review
Xeno & Oaklander
Hypnos
So gut wie Xeno & Oaklander, erneut bewiesen auf ihrem fünften Album »Hypnos«, können nur wenige Musik aus Elektrizität zusammenbrauen.
Music Review
Jura Soundsystem
Monster Skies EP
Die verlangte Weirdness wird auf der »Monster Skies EP« von Jura Soundsystem oft bemüht, doch selten erreicht.
Music Review
Mystic Jungle
Jurakan
Mit »Jurakan« legt Mystic Jungle 25 Minuten neue Musik vor. Die ist weniger verspielt als auf »Nights Of Cheetah«, aber ebenso niveauvoll.
Music Review
Fabriano Fuzion
Cosmik Sindika
Aufgenommen auf Guadeloupe im Jahr 1982 wird »Cosmik Sindika« von Fabriano Fuzion nun ein weiteres Mal auf Schallplatte veröffentlicht.