Music Review | verfasst 03.07.2014
Yagya
Sleepygirls
Delsin, 2014
Text Jens Pacholsky
Deine Bewertung:
4.5
Nutzer (2)
5.2
Redaktion
Cover Yagya - Sleepygirls

Seit zwölf Jahren exploriert der Isländer Aðalsteinn Guðmundsson als Yagya die Weichheit der Synthesizer-Patches und tiefengefilterten Vierviertelbässe. Man könnte ergänzen: und es hat sich immer noch nichts geändert. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wer auf Force Inc. und Sending Orbs seine Fingerabdrücke hinterlassen hat, kann nicht so einfach bei Seite geschoben werden. Yagyas minimaler Ambienttechno reiht sich perfekt neben Gas, The Orb und Pole ein – keine geringfügigen Namen also. Ein simpler, zurück gelehnter und nie vordergründig agierender Techno- oder House-Beat wird als Fundament ausgelegt. Als zusätzliche Beruhigung werden flächendeckend verdubbte Tranquilizer verteilt. Darüber ziehen Halbschatten-Synthesizer und Lichtblitze zitternder Piano-Stabs. Von Zeit zu Zeit tauchen Frauenstimmen aus dem Nebelschwaden und verteilen Zuckerbonbons. Yagyas fünftes Album »Sleepygirls« ist nichts weniger als Tiefenentspannung. Es ist aber eben auch nicht mehr als das und ein vielfach durchexerziertes Rezept dazu. Das Thema hatte er bereits auf seinem Debüt »Rhythm Of Snow« 2002 ausgiebig und überzeugend ausformuliert. So ist »Sleepygirls« im besten Fall solide und reiht sich – wohlwollend ausgedrückt – perfekt in Yagyas bisherige Veröffentlichungen ein. Genau genommen ist das Album im Rahmen seiner Diskographie aber komplett redundant.

Das Album »Sleepygirls« von Yagya findest du bei hhv.de: CD.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.09.2011
John Beltran
Ambient Works 1995-2011
John Beltran beschwört schon im Titel seiner Anthologie die Vergleiche mit Aphex Twin herauf.
Music Review | verfasst 24.06.2015
John Beltran
Espais
Was John Beltrans letztjährige Ambient-Compilation »Music For Machines« stark machte, fehlt auf seinem neuen Album »Espais«: das Narrativ.
Music Review | verfasst 31.10.2019
Conforce
Dawn Chorus
Quo vadis Techno? Der niederländische Produzent Conforce gibt auf »Dawn Chorus« Einblicke, wohin die Reise gehen könnte.
Music Review | verfasst 18.09.2015
Various Artists
µ20
Mike Paradinas Label Planet µ (Planet Mu) wird zwanzig und feiert mit einer umfassenden Compilation nebst 100seitigem Booklet.
Music Review | verfasst 04.01.2019
Positive Centre
Forever Optimum
Hypnotische Rhythmusstudien, die einen langsam aber unaufhaltsam verschlingen: zum neuen Album »Forever Optimum« von Positive Centre.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Electronic so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Elektronik.
Music Review
JASSS
Whities 027
Unkonventionell, brachial, nostalgisch! Die spanische Produzentin JASSS meldet sich mit einer Vinyl 12" für Whities zurück.
Music Review
Wilma Archer
A Western Circular
Passender könnte Wilma Archers intimes Werk »A Western Circular« in Zeiten der Quarantäne kaum sein.
Music Review
Ennio Morricone
OST Uccidete Il Vitello Grasso E Arrostitelo
Transversales Disques hat mit »Uccidete Il Vitello Grasso E Arrostitelo« einen unbekannteren Soundtrack von Ennio Morricone veröffentlicht.
Music Review
Minor Science
Second Language
Mit seinem Debüt »Second Language« widmet sich Minor Science musikalischen Übersetzungsproblemen. Geschichten lassen sich so nicht erzählen.
Music Review
Pharoah Sanders
Welcome To Love
Tidal Waves veröffentlicht »Welcome To Love«, 1991 nur auf CD veröffentlichte Balladen des Saxophonisten Pharoah Sanders, auf Vinyl.
Music Review
Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo
Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo
»Guilherme Coutinho E O Grupo Stalo« von 1978 ist ein nirgends erhältlicher Archivfund. Jetzt wurde die Platte restauriert und neu aufgelegt
Music Review
Popnoname
Horizons
Jens-Uwe Beyer feiert mit »Horizons« sein Comeback als Popnoname und bindet viele Schleifen, die gelegentlich von Pop aufgelockert werden.
Music Review
Cucina Povera
Tyyni
Schlicht im Klang, dazu offen und leicht hallig im Arrangement: Cucina Povera hat mit »Tyyni« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Gang Starr
Jazz Thing
Mr Bongo legt einige Rapklassiker aus den 1990er Jahren wieder auf Vinyl-7inch auf. Darunter auch »Jazz Thing« von Gang Starr.
Music Review
Roman Flügel
Garden Party
Die Dancefloors? Dicht! Roman Flügel lädt für sein Running-Back-Debüt zu einer »Garden Party«, die vier überragende Hits bietet.
Music Review
Four Tet
Sixteen Oceans
Selbst da, wo er sentimental zu werden droht, berührt Four Tet einen auf »Sixteen Oceans« am Ende doch.
Books Review
Nick Cave
Stranger Than Kindness
Es ist seine Biografie, sein Leben – zusammengehalten von zwei Buchdeckeln und 270 Seiten. Über »Stranger Than Kindness« von Nick Cave.
Music Review
Phi-Psonics
The Cradle
Der Jazz auf Phi-Psonics’ »The Cradle« begeistert mit fast schon erotischem Charme. Dieser Band steht die Zukunft offen.
Music Review
Various Artists
Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 - 2018)
Mit »Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 – 2018)« widmet sich das Label Music For Dreams entdeckungswürdigen Klängen aus Japan.
Music Review
Knxwledge
1988
»1988«, das zweite Album von Knxwledge für Stones Throw, zeigt auf 22 Stücken in nur 37 Minuten das ganze Können des Beatmakers.
Music Review
Rosa
Acqua Di Sale
Aus dem Umfeld der Neapolitaner von Mystic Jungle kommt Rosa. Ihre 6-Track-EP »Acqua Di Sale« ist ausnahmslos cocktailtauglich.
Music Review
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review
Electric Indigo
Ferrum
»Ferrum«, Eisen, ist das Ausgangsmaterial auf dem neuen Album von Electric Indigo, um das sich alles schichtet und zerfasert.
Music Review
Ben Bertrand
Manes
Auf seinem neuen Album »Manes« verbindet der belgische Klarinettist Ben Betrand klassische Musik mit elektronischen Effekten.
Music Review
Ratgrave
Rock
Ratgrave ist das gemeinsame Projekt von Max Graef und Julius Conrad. Ihr neues Album »Rock« ist bei Black Focus erschienen.
Music Review
Tony Allen & Hugh Masekela
Rejoice
Der Nigerianer Tony Allen und der Südafrikaner Hugh Masekela sind Legenden des Jazz. Auf »Rejoice« sind sie gemeinsam zu hören.
Music Review
Matthew Tavares & Leland Whitty
Visions
Die Kanadier Matthew Tavares und Leland Whitty, bekannt als Teil von BadBadNotGood, haben mit »Visions« ein Album veröffentlicht.
Music Review
Hailu Mergia
Yene Mircha
Der äthiopische Musiker Hailu Mergia feiert gerade seinen zweiten Frühling. MIt »Yene Mircha« ist nun sein neues Album erschienen.
Music Review
Shabaka & The Ancestors
We Are Sent Here By History
Der kraftstrotzende Jazz von Shaba Hutchings ist auch auf dem mit The Ancestors eingespieltem Album »We Are Sent Here By History« zu hören.
Music Review
Inoyamaland
Danzindan-Pojidon
Mit »Danzindan-Pojidon« veröffentlichten Inoyamaland 1983 ein nah am Zeitgeist agierendes Album. Nur wie klingt das heute?
Music Review
Alabaster DePlume
To Cy & Lee Instrumentals Vol.1
Eine weitere Entdeckung auf International Anthem: Der britische Saxophonist hat sein Album »To Cy & Lee Instrumentals Vol.1« veröffentlicht.
Music Review
Zebra Katz
Less Is Moor
»Less Is Moor« ist das späte Debütalbum von Zebra Katz. Auf ihm schreibt Ojay Morgan seine Geschichten unter eigenen Bedingungen neu.
Music Review
Jon Hassell
Vernal Equinox
»Vernal Equinox«, das erste Album des amerikanischen Klangpioniers Jon Hassell wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Jura Soundsystem Presents Transmission Two
Die Compilation »Jura Soundsystem Presents Transmission Two« präsentiert einen Kessel Buntes, den weirden Shit, lose Fäden, Unerhörtes.
Music Review
Ranil
Ranil Y Su Conjunto Tropical
Analog Africa stöbert abseits ihres Kerngebietes und veröffentlicht eine Compilation der peruanischen Kombo Ranil Y Su Conjunto Tropical.
Music Review
Roger Eno & Brian Eno
Mixing Colours
Schlappe 37 Jahre nach ihrer Arbeit zu »Dune« gibt’s mit »Mixing Colours« wieder gemeinsames Material der Brüder Roger Eno und Brian Eno.
Music Review
Buck 65
Laundromat Boogie
»Laundromat Boogie« tänzelt im Sixstep in den Waschsalon und wird mit lakonischem Witz in den Trockner gepackt.
Music Review
Tornado Wallace
Midnight Mania
Der Australier Tornado Wallace legt sein zweites Album vor. »Midnight Mania« ist druckvoller, aber weiterhin rätselhaft und entrückt.
Music Review
Various Artists
Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore
Die Compilation »Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore« lässt das aufwühlende, energische, rastlose Genre wiederaufleben.
Music Review
World Quake Band
Everything Is On The One
»Everything Is On The One«, das 1981 erschienene, einzige Album der World Quake Band wurde nun bei Mad About Records wiederveröffentlicht.
Music Review
Atmosphere
Whenever
Das Duo Atmosphere aus Minneapolis meldet sich mit einem neuen Album zurück. »Whenever« verzichtet auf Experimente und liefert verlässlich.
Music Review
Delroy Edwards
Slap Happy
Der Zahn musste ihm gezogen werden: »Slap Happy« zeigt, das Delory Edwards mit den gewohnten Mitteln, nicht die gewohnte Qualität erreicht.
Music Review
M.Rux
Vermonische Melodien
Mit »Vermonische Melodien« verneigt sich der Beatbastler M.Rux vor Reinhard Lakomy und benutzt DDR-Hardware. Ostalgie aber? I wo!
Music Review
The James Hunter Six
Nick Of Time
Auch »Nick Of Time«, das vierte Album von The James Hunter Six, ist musikalisch und textlich völlig aus der Zeit gefallen.
Music Review
Stephen Malkmus
Traditional Techniques
Nur ein Jahr nach »Groove Denied« veröffentlicht Stephen Malkmus mit »Traditional Techniques« ein neues, komplett akustisches Album.
Music Review
Pharoah Sanders
Live In Paris 1975
Pharoah Sanders nahm »Live In Paris 1975« in Umbruchszeiten auf. Das schlägt sich in seiner Diversität, nicht aber im Spiel nieder.