Music Review | verfasst 13.03.2018
Hunee
Hunchin' All Night
Rush Hour, 2018
Text Tim Caspar Boehme
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8.8
Redaktion
Cover Hunee - Hunchin' All Night

Wer tief in die Plattenkiste oder Plattentasche hineinlangt, um in seinem Set eine Rarität oder einfach nur eine besonders beseelte, weniger bekannte Nummer nach der anderen zu spielen, muss mit schmerzvoller Regelmäßigkeit den Rücken krumm machen. »Hunchin’ All Night« – so katzbuckelig stellt man sich denn auch die Beschallungstätigkeit des DJ und Produzenten Hun Choi alias Hunee vor. Und diese Wundertüte von Preziosensammlung, die der Wahlberliner großzügig auf sechs Schallplattenseiten mit fast anderthalb Stunden Glückseligkeit verteilt hat, lässt keine Wünsche offen. Bringt sie doch unter den quer durch das tanzgeeignete Musikschaffen gestreuten Vorlieben Hunees nur Erfreuliches hervor. Sei es Afrobeat (Pat Thomas), malischer Funk des Flötisten Boncana Maïga, Afro-Soul (Stanislas Tohon), Klassisches vom House (Larry Heard, Blak Beat Niks), Downbeat (Mappa Mundi) oder Techno-Monolithisches in – selbstverständlich – vergriffener White-Label-Version (Kenny Larkins Dark Comedy-Projekt) – man kann sich an diesem überreichen Angebot an tönender Schönheit gar nicht satt hören. Dafür lohnt sich die anatomisch unvorteilhafte Körperhaltung dann allemal. Selbst wenn sie bloß metaphorisch für Hunees Intuition als DJ steht. An der ja sowieso kein Zweifel besteht.

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