Ein Kanye West Album zu besprechen, bedeutet auch immer seine aktuelle Public Persona minutiös zu dekonstruieren und dann routinemäßig mit dem Befund zu schließen: lass Kanye Kanye sein. »ye« ist nun aber nicht wegen Wests unerträglichem Alt Right-Rollout ein solch problematisches Album geworden, sondern weil Kanye in den letzten Jahren ein höchst inkonstanter Songwriter geworden ist. Das mag auf »The Life Of Pablo« noch nicht so unangenehm aufgefallen sein wie hier, aber in 25 Minuten Spielzeit kann man sich kaum Fehler leisten. Vom zerissenen, aber immerhin pathologisch interessanten Opener, der am ehesten an die dunkelsten Momente von »808s« erinnert, über das lyrisch platte, aber immerhin musikalisch interessante »Yikes«, »Bound2« in der Silberhochzeit-Variante (gefühlte 5 von 7 Tracks) und dem tumbsten Vater/Tochter-Song (»Violent Crimes«) seit Ewigkeiten: Kanye spielt hier seine Wizards-Saison.
Pusha T hingegen scheint mit 41 Jahren endlich angekommen zu sein, nicht nur wegen dieser Drake-Geschichte, sondern auch weil »DAYTONA« die Antithese zu »ye« ist: konzise und formalistisch, reduziert und jeder Vers chirurgisch präzise. 21 Minuten lang doubleentendret sich Pusha durch Schnee-Metaphern, staubt bei Kanye die heißkältesten Beats des Jahres ab und findet qua Format dieses Mal auch keine Zeit für Spotify-Algorithmus-Überlegungen und Chris Brown Refrains (ja ok, die »Hard Piano« Hook kann sich trotzdem verpissen). Natürlich lassen wir den Crackrock im Backofen und postulieren pflichtbewusst, dass »Hell Hath No Fury« unangetastet bleibt, aber so wenig das für Kanye selbst funktioniert hat, so brillant ist diese 7-Song-Strategie hier aufgegangen.
Eh und überhaupt: warum brauchte es erst »DAYTONA« um zurück zu »Illmatic«-Tugenden zu finden? »Testing« wäre ein herausragender Halbstünder, voll mit postmodernisierten Memphismen, »Blonde«-Mandalas und Catwalk-Watschen, aber wie immer bei A$AP Rocky nach »Live.Love.A$AP« fehlt hier die Konzentration um halbgare Augenwischerei und genuin gute Ideen streng zu trennen. Als Playlist kombiniert mit den Highlights aus den neuen Lil Baby und Playboi Carti Tapes allerdings ziemlich unfickmitbar.

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