Mal gucken, wie lange das anhält, aber: Ich hab ja wieder angefangen, Sport zu machen. Laufen eh, dazu jetzt ein paar Liegestütze und Sit-Ups, so sieht’s nämlich aus. Jedenfalls braucht man dazu passende Musik, klar, und nichts passt so gut wie Militarie Gun. Pure Schwitzmusik ist das. Die Hardcore-Band aus Los Angeles thematisiert das Kaputtmachen der eigenen Person und vor allem den Willen, diese selbstzerstörerische Energie in etwas Positives umzuwandeln. Mit seiner angespannten Shout-Stimme wird Frontmann Ian Shelton zu einer Art Lifecoach. Es ist, als würde er uns sagen: „Ich weiß, wie es ist, am Boden zu sein. Also steh auf, mein Freund, und mach jetzt. MACH JETZT!“ Runterziehende Themen finden man auf God Save The Gun einige, doch Shelton fängt als Konsequenz stets zu rennen an. Kapitulation ist ein Wort, das er vermutlich nicht kennt.
Genau wie die Hardcore-Posterboys von Turnstile schaffen es auch Militarie Gun, die Härte ihres Heimatgenres mit eingängigen Poprefrains zu verknüpfen. Klar, den Skill und die Vielseitigkeit einer großartigen Band wie Turnstile haben die Jungs von Militarie Gun vielleicht nicht, doch in Sachen Power stehen sie ihnen in nichts nach. Außerdem gelingt es der Band, ihre Ästhetik auf diesem Album weiterzudenken: Die Synths in »God Owes Me Money«, die Akustikgitarre in »Daydream« – beides lässt in die Zukunft blicken. Und das Outro von »I Won’t Murder Your Friend« erinnert an das Weiße Album der Beatles, wenn die vier Liverpooler sich nicht die Birne zugekifft hätten, sondern jeden Tag ins Fitnessstudio gegangen wären.

God Save The Gun Black Vinyl Edition