Ein Sound, der zugleich finster und ätherisch wirkt. Der sich im Ohr ausbreitet wie eine warme Erinnerung und sich langsam zu einer Geschichte verdichtet, die man meint, schon einmal gehört zu haben. Nicht konkret, sondern eher archetypisch, als hätte sie sich über Jahrzehnte hinweg in kollektive Hörgewohnheiten eingeschrieben. Genau so wirkt Sucre de Pastèque von Vox Populi!, wenn man dieses Album im Jahr 2026 wieder hört.
Die Reissue macht hörbar, warum die Band mehr war als eine Randnotiz der Undergroundszene der 1980er-Jahre. Gegründet 1981 in Paris, speiste sich das Projekt aus unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Hintergründen: Industrialexperimente trafen auf Musique concrète, psychedelische Flächen auf Hörner, Flöten und persische Instrumente. Diese Offenheit prägt auch Sucre de Pastèque, das weniger kohärent sein will als tastend: ein Staunen über das Unbekannte, in achtzehn Fragmente zerbrochen.
Gerade diese Genre-Agnostik macht das Album heute aber noch so relevant – wie ein vergangener Raum, der plötzlich wieder begehbar wird. Sucre de Pastèque ist damit ein faszinierendes Dokument einer Szene, in der Experiment wichtiger war als Perfektion. Eine Musik, die nicht erklärt, sondern andeutet – und genau darin ihre nachhaltige Magie entfaltet.

Sucre De Pasteque
